Transparenz:
“Die Verlorenen von Greyswick“ von Anita Frank, erschienen bei Festa Verlag, ist ein Rezensionsexemplar, das mir vom Verlag als Paperback in der Festa-Lederoptik mit Umschlagklappen kostenlos für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt wurde. Die kostenlose Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst. Meine Rezension spiegelt ausschließlich meine eigenen Eindrücke wider. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Exemplars.
Über das Buch

Autor*in: Anita Frank
deutscher Titel: Die Verlorenen von Greyswick
Originaltitel: The Lost Ones
Reihe | Band: –
Verlag: Festa Verlag (12. November 2025)
Seitenzahl: 640 Seiten | Paperback, Klappenbroschur (auch als eBook erhältlich)
ISBN: 978-3986762452
Genre: Thriller, Mystery
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Umschlaggestaltung: Iguads / 99designs
Aus dem Englisch übersetzt von Susanne Picard
Worum geht es im Buch?
Manche Häuser finden keinen Frieden.
England, 1917. Noch erschüttert vom Tod ihres Verlobten nimmt Stella das Angebot ihrer schwangeren Schwester Madeleine an, gemeinsam in deren imposantem Landhaus Greyswick zu wohnen.
Als Stella dort ankommt, findet sie ein Haus vor, das von einer unerklärlichen Angst erfüllt ist. Und bald häufen sich unheimliche Vorfälle: Nachts hört man Kinder weinen und die Treppen auf und ab laufen. Jedoch leben in Greyswick keine Kinder.
Mithilfe ihrer »übersinnlich begabten« Zofe beginnt Stella die tragische Geschichte des alten Hauses zu erkunden.
Doch das Flüstern der Toten warnt sie vor den dunklen und schrecklichen Geheimnissen von Greyswick …Sunday Mirror: »Ein brillantes Gothic-Abenteuer – und der perfekte Winter-Pageturner.«
Woman & Home: »Wenn Ihnen The Woman in Black gefallen hat, werden Sie dieses absolut packende und atmosphärische Buch lieben.«
Samantha King: »Eine fesselnde Geistergeschichte mit einem grausamen Familiengeheimnis im Mittelpunkt.«
Coverabbildung und Inhaltsangabe: © Festa Verlag | Die Verlorenen von Greyswick – Anita Frank
Tropes
Tropes – diese Story-Elemente erwarten dich:
- Hauted House
- Gothic Vibes
- Ghosts
- Family Secrets
- Gaslighting / Female Hysteria
Meine Meinung zu „Die Verlorenen von Greyswick“
„Die Verlorenen von Greyswick“ von Anita Frank ist ein historischer Gothic Roman mit Mystery- und leichten Horrorelementen, der im England des Jahres 1917 spielt. Kriegszeit, ein imposantes Landhaus, düstere Geheimnisse und unheimliche Geräusche in der Nacht? Das klang einfach zu interessant und ich war neugierig.
Die Geschichte begleitet Stella Marcham, die noch immer um ihren im Krieg gefallenen Verlobten trauert. Um auf andere Gedanken zu kommen, reist sie zu ihrer schwangeren Schwester Madeleine, die mit ihrer Schwiegermutter auf dem Anwesen Greyswick lebt. Dieses Haus ist von Anfang an mehr als nur reine Kulisse. Leises Kinder Weinen in der Nacht, Schritte hallen durch die Flure, Spielzeug taucht unerwartet auf und all das in einem Haus, in dem schon lange keine Kinder leben. Erst glaubt man noch an Einbildung oder Nervosität, doch die Vorfälle häufen sich und weisen auf ein lange zurückliegendes, düsteres Geheimnis hin. Das war wohl auch das, was mich am meisten an diesem Roman begeistern konnte. Diese mysteriösen Ereignisse und dessen Rätsel darum.
Der Spuk selbst ist nichts grundlegend Neues, aber atmosphärisch wirklich schön umgesetzt. Greyswick ist genau das knarzende, alte Herrenhaus, das man sich wünscht. Die Geschichte entfaltet sich langsam, sehr langsam sogar. Anita Frank setzt nicht auf schnelle Schockmomente, sondern auf Atmosphäre. Je mehr sich die Vorfälle auf Greyswick häufen, desto deutlicher wird, dass Greyswick eine tragische Geschichte verbirgt. Diese Vergangenheit wird Stück für Stück freigelegt, über Andeutungen, Gespräche und Erinnerungen. Das ist grundsätzlich okay, fühlte sich für mich aber stellenweise etwas zäh an, gerade im Mittelteil, wo die Spannung ein wenig auf der Stelle trat.
Ganz gut gefallen haben mir die Charaktere, allen voran Stella. Sie ist keine klassische, angepasste Heldin sondern stur, widerspenstig und erstaunlich hartnäckig. Sie widerspricht, wo andere längst klein beigeben würden, und genau das macht sie lebendig und interessant. Auch ihr Umgang mit dem Personal hat mir gefallen: nicht kumpelhaft sondern standesgemäß und trotzdem respektvoll – für die damalige Zeit sehr stimmig. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte ist ruhig und glaubwürdig erzählt. Man erlebt, wie sie sich langsam aus ihrer Trauer herausarbeitet und wieder beginnt Haltung zu zeigen und für sich und andere einzustehen. Stella lässt sich nicht einfach abspeisen und schon gar nicht mundtot machen, selbst dann nicht, wenn man es ihr sehr deutlich nahelegt.
Und trotzdem bleibt da ein kleines „Aber“. So gern ich Stella mochte und so sehr ich ihre Art schätzte, bin ich ihr emotional nie ganz nah gekommen. Ich hatte eher das Gefühl, sie zu begleiten und zu beobachten, statt wirklich mit ihr zu fühlen, was dafür gesorgt hat, dass immer eine gewisse Distanz zwischen mir und ihr geblieben ist.
Auffällig ist auch, dass der Roman stark von weiblichen Figuren getragen wird. Stella, Madeleine, die Zofe Annie und weitere Frauen stehen im Zentrum. Sie arbeiten miteinander und gegeneinander, sind gefangen zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und eigenem Willen. Männer spielen zwar eine Rolle, bleiben aber meist im Hintergrund. Besonders eindrücklich fand ich die Darstellung der Ignoranz einiger Figuren, die unerklärliche Ereignisse schnell als „weibliche Hysterie“ abtun. So, dass ich stellenweise nur die Augen verdrehen konnte, da es so typisch ist, aber natürlich bewusst so eingesetzt und historisch stimmig.
Der Schreibstil ist angenehm schlicht und gut lesbar. Die Erzählperspektive bleibt nah an Stella, wodurch man ihre Zweifel, Ängste und Entschlossenheit gut nachvollziehen kann. Das Tempo ist gemächlich, manchmal vielleicht etwas zu langsam, vor allem im Mittelteil. Der Spannungsaufbau lebt mehr von Erwartung als von Aktion. Die Auflösung der Geschichte konnte mich allerdings nur teilweise überzeugen. Manches war vorhersehbar, anderes wirkte etwas konstruiert, und am Ende blieb bei mir eher ein „nett, aber…“ zurück als echtes Gänsehautgefühl.
Fazit:
„Die Verlorenen von Greyswick“ von Anita Frank ist ein stimmungsvoller historischer Gothic Roman mit einem atmosphärischem Setting, starken Frauenfiguren und einer düsteren Grundidee. Für mich fehlte es jedoch ein wenig an Tempo, Spannungsspitzen und einem wirklich mitreißenden Finale um mich vollends mitzureißen. Trotzdem bleibt ein sehr positives Leseerlebnis.
Meine Bewertung


Altersempfehlung und Zielgruppe
„Die Verlorenen von Greyswick“ von Anita Frank richtet sich meiner Meinung nach vor allem an Leser*innen ab etwa 16 Jahren, wobei weniger der Horrorgrad als vielmehr Themen wie Trauer, Verlust und psychische Belastung im Vordergrund stehen. Wer gern ruhige, atmosphärische Geschichten liest, alte Herrenhäuser liebt und sich von einem langsamen Spannungsaufbau nicht abschrecken lässt, dürfte hier gut aufgehoben sein. Fans von historischen Gothic Romanen, leisen Mystery Elementen und starken weiblichen Figuren werden an Greyswick vermutlich mehr Freude haben als Leser*innen, die auf viele Schockmomente hoffen.
Autor*in
(Quelle + Infos: https://www.festa-verlag.de/autoren/index/author/option_id/5789/product_id/1594/)
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