Transparenz:
“Edward Corby – Erwachen“ von Anja Weinhold, erschienen bei GedankenReich Verlag, ist ein Rezensionsexemplar, das mir von der Autorin als Taschenbuch mit Farbschnitt kostenlos für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt wurde. Die kostenlose Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst. Meine Rezension spiegelt ausschließlich meine eigenen Eindrücke wider. Vielen Dank an Anja Weinhold für die Bereitstellung des Exemplars.
Über das Buch

Autor*in: Anja Weinhold
Originaltitel: Edward Corby – Erwachen
Reihe | Band: –
Verlag: GedankenReich Verlag (8. September 2025)
Seitenzahl: 464 Seiten |Taschenbuch (auch als eBook erhältlich)
ISBN: 978-3987921247
Genre: Dark Fantasy, Urban Fantasy
Altersempfehlung: offiziell ab 16 Jahren; meiner Meinung ab 18 Jahren
Umschlaggestaltung: Phantasmal Image
Worum geht es im Buch?
London, 1888
Jack the Ripper zieht blutige Spuren durch die Straßen Whitechapels. Aus purer Verzweiflung ersucht Scotland Yard die Hilfe von Edward Corby – seines Zeichens fähiger Magier und okkulter Ermittler.
Um den brutalen Serienmörder aufzuhalten, wird ihm gegen seinen Willen der junge Meisterdetektiv Andrew Abersteen zur Seite gestellt. Während Edward die Welt der Magie verkörpert, ist der hölzerne Abersteen ein Vertreter der Wissenschaft. Sie können einander nicht ausstehen, aber müssen wohl oder übel zusammenarbeiten, wenn sie den Schlächter stellen wollen.
Doch dieser Fall kratzt nur an der Oberfläche der magischen Londoner Finsternis und führt die Ermittler nicht nur an den Rand des Begreifbaren, sondern auch in die tiefsten Abgründe ihres Selbst.Betritt das finstere viktorianische London – zersetzt von Dunkler Magie und grausamen Verbrechen.
Coverabbildung und Inhaltsangabe: © GedankenReich Verlag | Edward Corby – Erwachen – Anja Weinhold
Tropes
Tropes – diese Story-Elemente erwarten dich:
- Victorian London
- Jack the Ripper Retelling
- Morally Grey Characters
- Forced Proximity
- Opposites Attract
- Secret Society
- Dark Magic
Spice-Level
Spice-Level: (basierend auf meiner eigenen Meinung)

Das Buch enthält explizite und ausführlich beschriebene intime Szenen.
Meine Meinung zu „Edward Corby – Erwachen“
„Edward Corby – Erwachen“ von Anja Weinhold ist ein Dark Fantasy Roman mit Krimi-, Mystery- und Urban Fantasy Elementen, angesiedelt im viktorianischen London – zumindest laut Klappentext. Und genau dieser Klappentext hat mich sofort gepackt. Ihr wisst ja: viktorianisches London geht bei mir immer, ich liebe diese Epoche einfach. Und dann auch noch Jack the Ripper. Ich war sofort neugierig und hatte große Erwartungen. Ich habe mir eine atmosphärische Ermittlergeschichte erhofft, ein spannendes, vielleicht etwas modern angehauchtes Jack the Ripper Retelling.
Leider wurde ich in dieser Hinsicht enttäuscht. Das auf dem Klappentext versprochene Setting und die zeitliche Ära fühlten sich für mich stark verfremdet an. Zwar gibt es einzelne Details, die an das London von 1888 erinnern, doch insgesamt wirkte vieles sehr modern, vor allem in Sprache, Umgangston und Verhalten der Figuren. Dadurch kam bei mir einfach kein echtes viktorianisches Flair auf. Stattdessen hatte ich oft das Gefühl, dass die Geschichte genauso gut in einer beliebigen urbanen Fantasy-Welt hätte spielen können. Das empfand ich persönlich sehr schade, weil gerade das historische Setting für mich einen zusätzlichen großen Reiz ausgemacht hätte.
Der Einstieg in die Geschichte hat mir dagegen noch gut gefallen. Die ersten Ermittlungen rund um die Jack the Ripper Morde waren spannend. Besonders die Kombination aus Edward Corby, dem erfahrenen Magier und okkulten Ermittler, und Andrew Abersteen, dem nüchternen, wissenschaftlich denkenden Meisterdetektiv, hat mir zu Beginn Spaß gemacht. Dieses ungleiche Duo bringt eine gewisse saloppe, leicht humorvolle Dynamik mit, die mich sogar positiv überrascht, weil sich die Figuren trotz ihrer Gegensätze sinnvoll ergänzt haben.
Doch je weiter die Handlung voranschritt, desto mehr entfernte sich die Geschichte für mich von dem, was ich erwartet und mir erhofft hatte. Die Ermittlungen wurden zunehmend kurioser und immer merkwürdiger. Statt einer fokussierten Krimi- und Mysteryhandlung driftete die Geschichte immer stärker ins Abgefahrene ab. Irgendwann dachte ich beim Lesen nur noch: „Was kommt denn jetzt noch?“ Für mich verlor die Handlung dadurch an Reiz und innerer Logik.
Besonders das letzte Drittel hat mich persönlich gar nicht mehr abgeholt. Dort ging für mich fast alles schief, was zuvor noch funktioniert hatte. Monster, apokalyptische Szenarien, ein regelrechtes Massaker – es wurde immer wilder, immer abstruser – und irgendwann einfach nur noch „zu viel“. Es fühlte sich nicht mehr wie dieselbe Geschichte an, sondern war mir zu abgefahren und zu weit entfernt vom Einstieg in die Geschichte. Die Handlung erschien mir kaum noch glaubwürdig und hatte für mich wenig Aussagekraft. Der anfängliche Dark Fantasy Ansatz wurde meiner Meinung nach nicht konsequent ausgeschöpft, sondern kippte in einen Splatter Horror, der für mich weder spannend noch stimmig war. Vor allem im Vergleich zum vielversprechenden Beginn empfand ich diesen Bruch als sehr irreführend.
Die Geschichte ist in drei Akte unterteilt. Der erste Akt mit Jack the Ripper war für mich klar der stärkste: düster, geheimnisvoll und atmosphärisch. Akt zwei konnte mich teilweise noch halten, wirkte aber bereits deutlich schwächer. Akt drei hat mich dann endgültig verloren. Hier fehlte mir Spannung, emotionale Tiefe, ein beklemmendes Gefühl und vor allem ein roter Faden, der sich logisch aus dem Beginn ergeben hätte.
Die Charaktere sind grundsätzlich interessant angelegt. Edward Corby ist ein vielschichtiger Protagonist mit inneren Abgründen, und auch Andrew Abersteen hat Potenzial, gerade durch seinen Konflikt zwischen Wissenschaft und Magie. Dennoch blieb mir ihre Entwicklung im Verlauf der Geschichte zu sprunghaft und teilweise zu oberflächlich, besonders gegen Ende. Am sympathischsten waren mir Elizabeth, Freudenmädchen und Hexe, sowie Misses Murble, die ältere Dame. Sie haben die Geschichte aufgelockert und waren für mich die emotional greifbarsten Figuren.
Der Schreibstil ist gut lesbar, aber sprachlich passte er für mich oft nicht zur Epoche. Moderne Formulierungen und heutige Redewendungen haben mich immer wieder aus der Atmosphäre gerissen. Ich hätte mir ein wenig mehr Zeitgefühl gewünscht. Das Tempo ist am Anfang gut, später jedoch viel zu überladen und hektisch, wodurch der Spannungsaufbau leidet.
Auch der Weltenbau und das Magiesystem haben gute Ansätze. Geheimgesellschaften, okkulte Strukturen und magische Regeln fügen sich theoretisch gut in ein düsteres London ein. In der Umsetzung blieb für mich jedoch vieles zu wage, es fehlte an Tiefe und Konsequenz. Viele Ideen wurden angerissen, aber nicht zufriedenstellend ausgearbeitet.
Unterm Strich ist „Edward Corby – Erwachen“ für mich ein Buch mit einer tollen Grundidee und einem wirklich gelungenen Anfang, das sich jedoch zunehmend verzettelt und am Ende komplett überzieht. Wer wilde Genre Mischungen, Splatter Horror und sehr moderne Fantasy mag, könnte hier durchaus Spaß haben. Für mich persönlich hat es leider nicht funktioniert.
Fazit:
„Edward Corby – Erwachen“ von Anja Weinhold ist eine sehr moderne, stellenweise überladene Dark Fantasy Geschichte mit Splatter Horror, die stark beginnt, sich aber im Verlauf zunehmend verliert. Eine spannende Grundidee und ein gelungener Einstieg stehen einer überfrachteten, zu wilden Entwicklung gegenüber, die für mich nicht mehr stimmig war. Ein Buch mit Potenzial, das mich am Ende leider nicht überzeugen konnte.
Meine Bewertung


Altersempfehlung und Zielgruppe
Offiziell wird „Edward Corby – Erwachen“ von Anja Weinhold ab 16 Jahren empfohlen, ich persönlich würde es aber erst ab 18 Jahren aufgrund von expliziten Sexszenen, deutlicher Gewalt, Splatter Horror und düsteren Themen empfehlen.
Geeignet für Leser*innen, die moderne Dark Fantasy, Urban Fantasy Crime, starke Genre Mixe, expliziten Spice und drastische Entwicklungen mögen. Weniger geeignet für Fans klassisch-historischer Settings oder subtiler Spannung.
Autor*in
(Quelle + Infos: Amazon – Edward Corby – Erwachen)
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Ich hoffe, meine Rezension hat dir gefallen und dich neugierig gemacht.
Wie sieht es bei dir aus? Wenn die Geschichte zu sehr vom Klappentext abweicht, bzw. die angegebene Epoche zu modern interpretiert wird.
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