Transparenz:
“Herz aus Moos und Schatten“ von Sarah Scheumer, erschienen bei Piper Verlag, ist ein Rezensionsexemplar, das mir vom Verlag als Paperback mit Klappenbroschur kostenlos für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt wurde. Die kostenlose Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst. Meine Rezension spiegelt ausschließlich meine eigenen Eindrücke wider. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Exemplars.
Über das Buch

Autor*in: Sarah Scheumer
Originaltitel: Herz aus Moos und Schatten
Reihe | Band: –
Verlag: Piper Verlag (02. Oktober 2025)
Seitenzahl: 448 Seiten | Paperback, Klappenbroschur (auch als eBook erhältlich)
ISBN: 978-3492707985
Genre: Urban Fantasy
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Umschlaggestaltung: Andrea Barth Guter Punkt, München, nach einem Entwurf von Sarah Scheumer
Worum geht es im Buch?
Atmosphärisch wie ein Studio Ghibli-Film
In der Hafenstadt Nohedam wandeln finstere Naturgötter, auf deren Reich die Stadt einst gebaut wurde. Bald soll die große Flut kommen, die die Götter in das ersehnte Ewigreich bringt. Damit sie mitkommen darf, muss die Halbgöttin Nor für ihren Ziehvater und Herrscher des Götterclans Aufträge erledigen. Doch dann verliebt sie sich in einen Menschen und beginnt, sich an ihre leiblichen Eltern zu erinnern, deren Tod ein dunkles Geheimnis umgibt. Als Tochter beider Welten muss sie ihre eigene Macht entdecken – und für ihre Unabhängigkeit, das Wohlergehen ihres Clans und ihre Liebe kämpfen.
„Schrullige Charaktere in einem düsteren Hafenviertel aus brackigen Kanälen, finsteren Gassen und Hinterhöfen – hochatmosphärisch, voller wunderbarer Details und originell bis auf die Knochen. Sarah Scheumer gelingt etwas, an dem viele scheitern: Ihr Schauplatz ist so lebendig wie ihre liebenswerten Figuren.“ Kai Meyer, SPIEGEL-Bestsellerautor
Coverabbildung und Inhaltsangabe: © Piper Verlag | Herz aus Moos und Schatten – Sarah Scheumer
Tropes
Tropes – diese Story-Elemente erwarten dich:
- Slow Burn Romance
- Found Family
- Coming of Age
Meine Meinung zu „Herz aus Moos und Schatten“
„Herz aus Moos und Schatten“ von Sarah Scheumer ist eine atmosphärische Urban Fantasy Geschichte mit märchenhaft düsterem Einschlag, die leise erzählt wird und lange nachhallt. Schon der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht; speziell der Vergleich mit „so atmosphärisch wie ein Studio-Ghibli-Film“ und die Idee finsterer Naturgötter, die unter einer Hafenstadt leben.
Im Mittelpunkt steht Nor, eine Halbgöttin, die in der Hafenstadt Nohedam lebt. Die Stadt selbst ist etwas Besonderes: feuchte Gassen, brackige Kanäle, Holzstege, Nebel, Regen, Tee und der Geruch von Moos und nasser Erde. Nohedam fühlt sich nicht wie eine bloße Kulisse an, sondern wie ein lebendiger, atmender Ort. Ich habe mich oft gefühlt, als würde ich selbst dort durch die Straten laufen. Der Weltenbau ist sehr detailreich, ohne aufdringlich zu sein. Magie wirkt hier nicht laut oder spektakulär, sondern leise, organisch verwoben mit der Natur, dem Wasser und den Erinnerungen. Gerade diese stillen, beinahe unscheinbaren magischen Momente haben mich besonders berührt. Diese liebevollen Details und die atmosphärische Stimmung sind für mich das absolute Highlight der Geschichte. Auch die Naturgötter sind faszinierend dargestellt; sie bestehen aus Torf, Pilzen, Schlamm und Uferkieseln, dadurch wirken sie fremd und eigenartig, manchmal sogar ein wenig bedrohlich, aber auch sehr verletzlich in ihrer eigenen Art. Das hat mir ausgezeichnet gut gefallen.
Die Handlung entfaltet sich ruhig und gemächlich. Nor erledigt im Auftrag ihres Ziehvaters Bacol Aufgaben für den Götterclan, während sich im Hintergrund der große Umbruch ankündigt: die kommende Flut und der Übergang der Götter ins Ewigreich. Gleichzeitig beginnt Nor, sich an ihre Vergangenheit zu erinnern, an ihre leiblichen Eltern, ihren Tod und an Lücken in ihrem Gedächtnis, die zunehmend schmerzen. Die Geschichte lebt weniger von schnellen Wendungen als von inneren Konflikten, von Beziehungen und von dem langsamen Erkennen unbequemer Wahrheiten. Das Tempo passt zur Atmosphäre, auch wenn es zwischendurch Passagen gibt, die sich etwas zäher anfühlen und mich in meinem Lesefluss enorm ausgebremst haben, etwa wenn sehr viel Raum für organisatorische oder wirtschaftliche Abläufe der Hafenstadt eingenommen wurden.
Nor ist mürrisch und verschlossen. Es hat ein klein wenig gebraucht bis sich mir ihre Figur wirklich erschlossen hat und ich eine Verbindung zu ihr aufbauen konnte. Denn ihre Entwicklung ist leise, aber intensiv. Man spürt ihre Schuldgefühle, ihre Sehnsucht nach Zugehörigkeit und ihre Angst davor, sich selbst und anderen zu nahe zu kommen. Die Beziehung zu Bacol, dem Sumpfgott und ihrem Ziehvater, ist kompliziert. Sie ist toxisch, manipulativ und schmerzhaft, aber sehr feinfühlig geschrieben. Immer wieder schwankt man zwischen Wut, Mitleid und Verständnis für Nor, aber stellenweise sogar für die Götter selbst. Es sind die leisen Klänge zwischen den Zeilen, die hier oft den Ton angeben.
Ein Lichtpunkt in all dieser Dunkelheit ist Henry. Er ist mir durch seine warmherzige, offene und freundliche Art direkt ans Herz gewachsen. Die Liebesgeschichte zwischen Nor und ihm ist zart und sehr zurückhaltend erzählt. Sie drängt sich nie in den Vordergrund und wirkt gerade dadurch sehr berührend, wie ich finde. Auch Nebenfiguren wie Kasja, Aster oder Oddo wirken lebendig und liebevoll gezeichnet. Es sind generell diese schrulligen, eigenwilligen Charaktere, die der Geschichte Wärme verleihen.
Der Schreibstil von Sarah Scheumer ist sehr bildhaft und atmosphärisch, ihre Worte sind mit Bedacht gewählt und die Geschichte wirkt ausgesprochen ruhig. Vieles wirkt melancholisch, gar schon träumerisch. Der Spannungsaufbau ist subtil, doch gegen Ende zieht das Tempo spürbar an und die letzten Kapitel heben sich emotional nochmal besonders hervor.
Fazit:
„Herz aus Moos und Schatten“ von Sarah Scheumer ist eine Geschichte, die mit viel Ruhe daher kommt. Atmosphärisch, gefühlvoll, originell im Weltenbau und interessanten Figuren, mit kleinen Längen, die den Gesamteindruck jedoch nicht zerstören. Eine Geschichte über Identität, Zugehörigkeit und den Mut, den eigenen Platz zwischen zwei Welten zu finden.
Meine Bewertung


Altersempfehlung und Zielgruppe
„Herz aus Moos und Schatten“ von Sarah Scheumer eignet sich am besten für Leser*innen ab 16 Jahren, die stimmungsvolle Urban Fantasy mit märchenhaften und leicht düsteren Elementen mögen. Die Geschichte spricht Leser*innen an, die poetische Welten, vielschichtige Figuren und langsame, emotionale Entwicklungen lieben. Wer Freude an subtiler Magie, geheimnisvollen Naturgöttern und einer melancholisch warmen Hafenstadt hat, wird hier voll auf seine Kosten kommen.
Autor*in
Sarah Scheumer hat Kommunikationsdesign studiert und vor ihrer Selbstständigkeit einige Jahre in Hamburgs Designagenturen gearbeitet. Inzwischen ist sie freiberufliche Designerin, gestaltet nebenher Bücher und widmet den größten Teil ihrer Zeit dem Schreiben von Science-Fiction, Fantasy und Kurzgeschichten – am liebsten bei Regen im Café.
(Quelle + Infos: https://www.piper.de/autoren/sarah-scheumer-7383)
Du möchtest mehr über Sarah Scheumer und ihre Werke erfahren?
Dann besuche ihre offizielle Website oder folge ihr auf Instagram, um Nichts zu verpassen!
Weil deine Gedanken zählen!
Ich hoffe, meine Rezension hat dir gefallen und dich neugierig gemacht.
Wenn du selbst zwischen Pflicht, Geheimnissen und deinen eigenen Gefühlen entscheiden müsstest – wie würdest du handeln?
Ich bin gespannt auf deine Gedanken. Verrate es mir in den Kommentaren!
Alle wichtigen Informationen zu Copyright- und Urheberrechtsangaben sind in meinem Impressum hinterlegt.



