Transparenz:
“Das Totenvlies: Verbotenes Wissen“ von Leo Nachtigall, erschienen im Self-Publishing, ist ein Rezensionsexemplar, das mir vom Autor als Paperback kostenlos für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt wurde. Die kostenlose Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst. Meine Rezension spiegelt ausschließlich meine eigenen Eindrücke wider. Lieber Leo Nachtigall, hab vielen lieben Dank für die Bereitstellung des Exemplars.
Über das Buch

Autor*in: Leo Nachtigall
Originaltitel: Das Totenvlies: Verbotenes Wissen
Reihe | Band: Das Totenvlies #1
Verlag: BoD – Books on Demand (30. August 2025
Seitenzahl: 448 Seiten | Taschenbuch (auch als eBook erhältlich)
ISBN: 978-3819208324
Genre: Dark Fantasy, Historische Fantasy
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Umschlaggestaltung: Florin Sayer-Gabor – www.100covers4you.com
Worum geht es im Buch?
Eine Fechterin, die ihre Liebe aus der Unterwelt befreien will. Vier Zauberer, die sie aufhalten müssen, um die Menschen vor dem Totengott zu schützen. Und ein Wiedergänger, der gezwungen wird, sie zu verschleppen.
In einer Welt, in der Schauermärchen und Legenden wahr sind, begibt sich Lyrana auf die Suche nach dem Buch des Sängers. Nur mit diesem kann sie ihre Liebe – die ermordete Gräfin von Ramont – zurück ins Leben holen. Doch das letzte Exemplar bewacht ein blutrünstiger Zwerg. Sein Herrenhaus ist umgeben von dichten Rosenhecken, in denen menschenfressende Ungeheuer lauern. Zudem haben sich vier Zauberer verschworen, das Wissen um das Buch für immer zu vernichten. Und ein Wiedergänger erhebt sich aus seinem Sarg, fest entschlossen, Lyrana gegen seine gefangene Gefährtin einzutauschen.
Der Auftakt einer Fantasy-Reihe voller Zauberei und Fabelwesen, mit blutigen Rapierkämpfen und qualmenden Musketen.
Coverabbildung und Inhaltsangabe: © Leo Nachtigall | Das Totenvlies – Verbotenes Wissen – Leo Nachtigall
Tropes
Tropes – diese Story-Elemente erwarten dich:
- Twisted Fairy Tales
- Love Beyond Death
- Deadly Quest
- Dark Magic
- Magical Artefacts
- Morally Grey Characters
- Enemies to Reluctant Allies
- Strong Female Character
- Hidden Identity
Meine Meinung zu „Das Totenvlies: Verbotenes Wissen“
„Das Totenvlies: Verbotenes Wissen“ von Leo Nachtigall ist ein düsteres Dark Fantasy-Debüt und gleichzeitig der erste Band der „Das Totenvlies“-Reihe, der mich neugierig, stellenweise etwas überfordert, zwischendurch richtig begeistert und am Ende definitiv gepackt zurückgelassen hat. Schon der Klappentext hat mich total angesprochen – vor allem die Worte „Schauermärchen und Legenden“. Ich liebe Märchen, Sagen und Legenden jeglicher Art. Und dann noch diese Schlagworte aus Ankündigungs-Posts des Autors: untote Krähen, Märchenwesen, Zauberei und Hexenwerk, Tierdämonen, Aberglaube… ich war sofort angefixt.
Im Mittelpunkt steht Lyrana, eine Fechterin, die alles riskiert, um ihre ermordete Geliebte zurück aus der Unterwelt zu holen. Eine ziemlich starke Motivation, die sich durch die gesamte Geschichte zieht. Dafür braucht sie ein ganz bestimmtes Buch – doch natürlich ist das Ganze alles andere als einfach. Ein blutrünstiger Zwerg bewacht das letzte Exemplar, vier Zauberer wollen genau dieses Wissen vernichten, um die Welt zu schützen, und dann ist da noch ein Wiedergänger, der seine ganz eigenen Pläne verfolgt. Diese Ausgangslage ist spannend und bietet viele Konflikte, die sich im Laufe der Handlung immer weiter zuspitzen.
Der Einstieg war für mich zunächst ein wenig holprig… Man wird relativ schnell ins Geschehen geworfen, viele Begriffe, viele Figuren, vieles bleibt erst mal unklar. Ich hatte kurz dieses „Okay, warte… was passiert hier gerade eigentlich?“-Gefühl und habe daher ein paar Kapitel gebraucht, um wirklich anzukommen. Aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat sich alles gefügt. Zusammenhänge wurden klarer, Figuren greifbarer, und ich konnte mich besser in die Welt fallen lassen.
Ein echtes Highlight waren für mich die untoten Krähen und die untote Elster von Nârasarr Dîsall – die Rabenvögel waren zerrupft, ihre Körper eingefallen, mit Löchern in den Flügeln und teils blanken Schädelknochen. Diese grausige und gleichzeitig faszinierende Darstellung der Vögel hat mir einfach imponiert.
Ganz allgemein haben mir die atmosphärischen Beschreibungen unglaublich gut gefallen. Sie sind extrem bildhaft und dicht. Wabernde Nebelschleier, verfallene Ruinen und dunkle Wälder üben seit jeher eine ungemeine Faszination auf mich aus und sorgen für eine schaurig-märchenhafte Atmosphäre. Und die Märchenreime, die sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen, sind wirklich clever eingebaut. „In Hecken un’ Rosen, so dunkel wie dicht, gefährliche Wesen, sie hüten den Wicht. In Hecken un’ Rosen, so schattig, mein Kind, sie wollen dich fressen, ihr Knurren erklingt.“ (Leo Nachtigall, „Das Totenvlies: Verbotenes Wissen, S. 71) Was zuerst wie klassische Folklore zur Kinderabschreckung wirkt, entpuppt sich nach und nach als bittere, reale Bedrohung. Sie bereiten auf das Grauen vor, das die Figuren erwartet, und geben der Welt eine besondere Tiefe.
Die Handlung entwickelt sich insgesamt eher ruhig, aber stetig. Die Spannung baut sich nach und nach auf. Es gibt zwischendurch kleinere Längen, das kann man nicht ganz leugnen, aber gleichzeitig passiert immer genug, dass man weiterlesen will. Und dann kommt dieses letzte Drittel… ab dem Moment, als Lyrana und Farromont das Anwesen des Zwerges betreten, war ich komplett drin. Da zieht das Tempo nochmal enorm an, die Atmosphäre wird noch dichter und die Ereignisse überschlagen sich teilweise.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, so bekommt man zwar verschiedene Einblicke und Blickwinkel. Doch manchmal hatte ich das Gefühl, dass dadurch auch ein bisschen Tiefe verloren ging. Ich hätte mir manchmal noch mehr Gedanken, mehr Gefühle, mehr „Warum handelt diese Figur gerade so?“ gehabt. Nichtsdestotrotz wirken die Figuren lebendig und glaubwürdig.
Lyrana mochte ich als Hauptfigur sehr. Ihre Motivation ist klar, ihre Entschlossenheit spürbar. Auch die anderen Charaktere bringen interessante Dynamiken mit rein, vor allem weil vieles nicht einfach nur gut oder böse ist. Diese moralischen Grauzonen machen die Geschichte für mich besonders spannend. Und dann ist da noch die Hexe Nagora – ich weiß nicht warum, aber sie hat sich ein bisschen in mein Herz geschlichen. Immer wenn sie auftauchte, musste ich schmunzeln. Ihre Szenen waren mir die allerliebsten.
Der Schreibstil ist insgesamt angenehm zu lesen, eher klar und direkt, mit kürzeren Kapiteln. Man kommt gut voran, auch wenn man sich gerade am Anfang etwas konzentrieren muss. Der Fokus liegt deutlich auf der Handlung, auf der Welt und den Ereignissen. Emotionale Tiefe ist da, aber eher unterschwellig.
Der Weltenbau insgesamt ist wirklich gelungen. Viele unterschiedliche Wesen, eine düstere Mythologie, alte Legenden, die Realität sind – das hat mir richtig gut gefallen. Auch das Magiesystem bleibt teilweise noch geheimnisvoll, aber das passt hier total gut rein und macht neugierig auf mehr.
Am Ende bleibt für mich ein sehr atmosphärischer, düsterer Auftakt mit einer starken Grundidee, interessanten Figuren und einer Welt, in der es definitiv noch mehr zu entdecken gibt. Der Einstieg war nicht ganz leicht und hier und da hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, aber die Stimmung, das letzte Drittel und die gesamte Richtung der Geschichte machen mich neugierig auf die Fortsetzung.
Fazit:
„Das Totenvlies: Verbotenes Wissen“ von Leo Nachtigall ist ein düsterer, märchenhafter Fantasy-Auftakt mit viel Atmosphäre, spannenden Ideen und einer Welt, die neugierig auf mehr macht. Trotz kleiner Schwächen bin ich sehr gespannt was noch kommen wird. Klare Leseempfehlung!
Meine Bewertung


Altersempfehlung und Zielgruppe
Ich würde „Das Totenvlies: Verbotenes Wissen“ von Leo Nachtigall ab etwa 16 Jahren empfehlen – vor allem wegen der teils recht düsteren, brutalen Szenen und der insgesamt schweren, stellenweise auch ziemlich beklemmenden Atmosphäre. Das ist nichts für „leichte Fantasy zwischendurch“, sondern geht schon eher in die dunklere Richtung.
Der Roman richtet sich vor allem an Leser*innen, die düstere Fantasy mit märchenhaften Elementen lieben – also alle, die etwas mit Schauermärchen, alten Legenden, unheimlichen Wesen und moralischen Grauzonen anfangen können. Wer gern in atmosphärische, etwas komplexere Welten eintaucht und kein Problem damit hat, sich am Anfang ein bisschen orientieren zu müssen, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Besonders Fans von Dark Fantasy mit Fokus auf Handlung, Welt und düstere Stimmung statt reinem Romance-Anteil dürften sich hier sehr wohlfühlen.
Autor*in
Leo Nachtigall suchte lange einen Weg, um sich kreativ zu entfalten. Nach einigen Jahren an einer Musikschule und Holzbildhauerei entdeckte er schließlich das Schreiben und absolvierte den Fernstudiengang Prosaschreiben.
In seiner Kindheit und Jugend verbrachte er die Sommerferien stets in Frankreich, wo ihn schattige Burgen, Klosterruinen und prunkvolle Barockschlösser nachhaltig beeindruckt haben. Noch heute inspirieren sie ihn für seine Geschichten.
Leo mag es außerdem, sich vom Aberglauben vergangener Zeiten inspirieren zu lassen. Er liebt es, Fabelwesen wie den Nachtalb mit Worten Leben einzuhauchen. Mit seinem Debütroman Das Totenvlies – Verbotenes Wissen betritt er nun die Bühne der Phantastik.
Entspannung findet Leo in den Frankfurter Parks und Gärten mit Punkrock in den Ohren oder seiner Gitarre unter den Armen.
(Quelle + Infos: https://www.amazon.de/stores/author/B0FMS69YNS/about)
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Ich hoffe, meine Rezension hat dir gefallen und dich neugierig gemacht.
Kennst du „Das Totenvlies“ von Leo Nachtigall bereits – oder reizt dich diese düstere Mischung aus Schauermärchen und Dark Fantasy eher nicht?
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