Transparenz:
“Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter“ von Tracy Wolff, erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, ist ein Rezensionsexemplar, das mir vom Verlag als Hardcover kostenlos für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt wurde. Die kostenlose Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst. Meine Rezension spiegelt ausschließlich meine eigenen Eindrücke wider.
Über das Buch

Autor*in: Tracy Wolff
deutscher Titel: Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter
Originaltitel: The Aftermyth
Reihe | Band: The Aftermyth #1
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG ( 26. März 2026)
Seitenzahl: 448 Seiten | Hardcover
ISBN: 978-3423766265
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Umschlaggestaltung: dtv nach einem Entwurf von Karin Paprocki; Umschlagillustration: © 2026 Helena Elias
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Ivana Marinović
Worum geht es im Buch?
Penelope Weaver hat ihr ganzes Leben davon geträumt, endlich die Anaximander-Akademie zu besuchen, die magische Schule, wo die griechischen Sagen lebendig werden. Klug, praktisch und regeltreu wie sie ist, ist sie sicher: Sie gehört ins Haus der Athena.
Doch als sie gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder Paris an der Akademie ankommt, läuft alles schief. Statt bei Athena landet Penelope ausgerechnet bei der Göttin, die so gar nichts mit Regeln und Logik am Hut hat. Außerdem ist die ihr zugeteilte Musen-Helferin eine Katastrophe und ihre Helden-Aufgaben sind unmöglich zu lösen. Plötzlich steht ihr ganzes Leben Kopf.
Wie soll Penelope ihren Weg finden, wenn selbst die Mythen sie in die Irre führen?Bestsellerautorin Tracy Wolff schreibt für eine jüngere Zielgruppe: eine mitreißende Fantasy voller Herz, Humor und Abenteuer
Coverabbildung und Inhaltsangabe: © dtv Verlagsgesellschaft | Aftermyth – Tracy Wolff
Tropes
Tropes – diese Story-Elemente erwarten dich:
- Greek Mythologie
- Dark Academia
- Chosen One
- Scavenger Hunt
- Found Family
- Opposites Attract
- Coming of Age
Meine Meinung zu „Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter“
„Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter“ von Tracy Wolff ist der Auftakt einer neuen Jugendbuch-Fantasy-Reihe rund um griechische Mythologie in einem Academia-Setting. Schon der Klappentext hat mich extrem neugierig gemacht, denn ich liebe Mythologie und war total gespannt, wie die griechischen Sagen hier eingebaut werden. Aber auch der Vergleich mit Percy Jackson hat direkt meine Aufmerksamkeit erregt, denn ich mag die Reihe sehr, eine moderne Welt, gemischt mit Mythologie, einer Prise Humor und ein bisschen Chaos. Demnach ist meine Erwartung an die Neuinterpretation von Tracy Wolff auch extrem hoch.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Penelope Weaver, die es kaum erwarten kann an der Anaximander-Akademie aufgenommen zu werden, natürlich im Haus der Athena. Schließlich ist ihr ganzes bisheriges Leben darauf ausgerichtet gewesen und auch ihre gesamte Familie gehörte bisher dem Haus Athena an. Daher ist es keine Frage, sondern ihre feste Überzeugung, dass auch sie eine Athena wird. Penelope ist klug, strukturiert, liebt Regeln und hat ihr Leben ziemlich durchgeplant. Umso härter trifft es sie, als gleich am ersten Tag alles schiefläuft. Wirklich alles. Schon der Weg zur Akademie erweist sich als schwierig – besser gesagt chaotisch. Plötzlich tauchen Schlangen auf, sie begegnet einem rätselhaften Jungen aus dem Haus Hades, der genauso schnell wieder verschwindet, und kommt auch noch zu spät zur Einführungszeremonie. Und am Ende landet sie im falschen Haus. Statt bei den zielstrebigen Athena ausgerechnet im Haus der lebenslustigen Aphrodite.
Der Einstieg war für mich ehrlich gesagt ein bisschen durchwachsen. Einerseits passiert direkt viel und man wird ziemlich mitten ins Geschehen geworfen, andererseits fehlte mir anfangs ein wenig Orientierung. Ich hatte öfter dieses „Okay… und wie funktioniert diese Welt jetzt genau?“ Gefühl. Gerade weil die Idee mit der Akademie, den fünf Häusern der Götter – Athena, Aphrodite, Hades, Poseidon und Zeus – und den individuell gestellten Aufgaben für die Schüler*innen eigentlich super spannend ist, hätte ich mir hier und da etwas mehr Erklärung gewünscht. Gleichzeitig mochte ich aber diese leicht chaotische Energie, die sich durch den Anfang zieht, denn sie passt total zu Penelopes Situation.
Die Handlung entwickelt sich dann größtenteils rund um Penelopes erstes Schuljahr, ihre Aufgaben und diese merkwürdigen Dinge, die immer wieder passieren. Es gibt etliche kleine Abenteuer, Rätsel und Momente, die mit der griechischen Mythologie spielen und ganz nebenbei einfließen. Die Thematik rund um die Geschichte der Pandora, die direkt in der ersten Unterrichtseinheit aufgegriffen wird, fand ich spannend umgesetzt. Allerdings hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass einige Handlungsstränge eher angerissen wurden und sich dann teilweise wieder ein wenig im Laufe der Geschichte verloren haben. Manche Dinge bleiben lange unklar, eben wirklich wie ein Rätsel, dessen Lösung erst noch gefunden werden muss. Und wohl auch über den ersten Band hinaus.
Penelope als Hauptfigur fand ich spannend und manchmal auch ein wenig … anstrengend. Sie ist am Anfang sehr kontrolliert und ehrgeizig, teilweise auch ein bisschen überheblich, was aber gut zu ihrer Herkunft passt. Zwischendurch dachte ich öfter mal: „Mädchen, entspann dich doch mal ein bisschen.“ Besonders im Vergleich zu den Aphrodite-Schüler*innen, wurde dies sehr deutlich, aber genau diese Unterschiede zwischen den einzelnen Charakteren, fand ich richtig gut ausgearbeitet. Ihre Entwicklung gehört für mich zu den stärkeren Aspekten der Geschichte. Man merkt, wie sie nach und nach beginnt, ihre Sichtweise zu hinterfragen, sich zu öffnen und auch Dinge zuzulassen, die nicht in ihren Plan passen. Sie lernt, dass sie nicht alles planen kann. Dass Chaos nicht gleich schlecht ist. Und dass sie vielleicht nicht die Person ist, die sie immer dachte zu sein. Das fand ich richtig schön gemacht. Was mir allerdings noch fehlt, ist eine klare Erklärung für die mysteriösen Geschehnisse rund um Penelope. Warum gerade ihr diese Dinge passieren.
Die Nebenfiguren bringen viel Leben in die Geschichte. Vor allem ihre Mitbewohnerin Fifi ist mir direkt ans Herz gewachsen. Sie ist das komplette Gegenteil von Penelope. Warmherzig, ein bisschen drüber, aber genau das, was Penelope braucht. Arjun hingegen scheint zwar der ruhigere Part der Truppe zu sein, aber auch er ist ebenfalls unverzichtbar. Und dann ist da noch Kyrian, der heiße Hades-Boy, der eine ganz eigene Dynamik mit ins Spiel bringt. Tja, und dann gibt es ja auch noch Paris, Penelopes Zwillingsbruder. Einerseits ist die Dynamik zwischen den beiden interessant, andererseits auch stellenweise ziemlich frustrierend und ganz anders, als ich es zu Beginn erwartet hätte. Die Götter und auch die Musen sind ebenfalls spannend dargestellt und machen neugierig auf mehr.
Erzählt wird die Geschichte aus Penelopes Perspektive, was gut passt, weil man ihre Gedanken und Unsicherheiten direkt miterlebt. Der Schreibstil ist angenehm leicht und sehr bildhaft. Man fliegt quasi nur so durch die Seiten. Die Sprache ist locker, unterhaltsam, manchmal ein bisschen chaotisch, die Szenen wirken lebendig und sind klar auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet.
Das Tempo ist ein Punkt, bei dem ich etwas hin- und hergerissen bin. Der Anfang zieht sich stellenweise leicht, während sich die Ereignisse im weiteren Verlauf plötzlich überschlagen. Eine Aufgabe jagt die nächste, manchmal ohne große Pause dazwischen. Das sorgt zwar dafür, dass kaum Langeweile entsteht, aber an manchen Stellen hätte ich mir mehr Raum gewünscht, um einzelne Ereignisse besser wirken zu lassen.
Was mich ein kleines bisschen gestört hat: Viele Dinge bleiben noch ziemlich vage. Gerade was die Hintergründe angeht oder eben diese ganzen seltsamen Ereignisse rund um Penelope. Da hätte ich mir einfach mehr Klarheit gewünscht. Aber … und das ist so ein typisches Reihen-Ding, ich habe das Gefühl, dass da noch einiges auf uns zukommt und sich vieles erst nach und nach zusammensetzen wird.
Der Weltenbau ist kreativ und hat auf jeden Fall Potenzial. Die Idee mit den verschiedenen Häusern der Götter, ihren Eigenheiten und dem Unterricht, der sich an Mythen orientiert, hat mir sehr gut gefallen. Auch die vielen kleinen Details, wie bestimmte Räume oder einzelne Aufgaben, sind spannend dargestellt. Gleichzeitig bleibt einiges jedoch noch recht vage. Vor allem über die Welt außerhalb der Akademie oder die genauen Regeln dieses Systems hätte ich gern mehr erfahren.
Unterm Strich hatte ich wirklich viel Spaß mit der Geschichte. Auch wenn sie stellenweise ein wenig holprig und chaotisch ist, aber genau das macht doch auch einen Teil ihres Charmes aus. Auch muss man bedenken, dass die Geschichte für ein jüngeres Publikum geschrieben ist und daher nicht in allen Bereichen die gleiche Tiefe und Komplexität bietet wie für Erwachsene. Die Atmosphäre und die vielen kleinen Ideen haben mich trotz kleinerer Schwächen abgeholt und ich bin sehr gespannt, wie es mit Penelope und ihren Freund*innen weitergehen wird.
Fazit:
„Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter“ von Tracy Wolff ist ein unterhaltsamer Auftakt einer Jugendfantasy-Reihe, der griechische Mythologie mit einem magischen Akademiesetting verbindet. Die Geschichte punktet vor allem mit ihrer lebendigen Atmosphäre, spannenden Charakteren und vielen kreativen Ideen. Wer Geschichten à la Percy Jackson liebt, Freude an Mythologie hat und sich auf ein leicht chaotisches, aber charmantes Abenteuer einlassen kann, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Klare Leseempfehlung!
Meine Bewertung


Altersempfehlung und Zielgruppe
Ich würde „Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter“ von Tracy Wolff ab etwa 12 Jahren empfehlen.
Die Geschichte richtet sich klar an ein jüngeres Publikum, ist sprachlich leicht zugänglich und setzt den Fokus eher auf Abenteuer, Freundschaft und Selbstfindung als auf düstere oder sehr komplexe Themen.
Besonders geeignet ist das Buch für Leser*innen, die magische Internatsgeschichten, griechische Mythologie und Coming-of-Age-Storys mögen. Wer Reihen wie Percy Jackson liebt oder Freude an humorvollen, leicht chaotischen Fantasy-Abenteuern hat, wird hier wahrscheinlich schnell in die Geschichte eintauchen.
Ältere Leser*innen können ebenfalls Spaß daran haben, sollten aber bedenken, dass die Geschichte stärker auf eine jüngere Zielgruppe zugeschnitten ist und nicht in allen Bereichen die gleiche Tiefe bietet.
Autor*in
Tracy Wolff schrieb ihr erstes Buch bereits in der zweiten Klasse. Seitdem sind viele ›New York Times‹-, ›USA Today‹- und ›SPIEGEL‹-Bestseller dazugekommen. Sie liebt Vampire, Drachen und alles, was einem sonst noch Schauder über den Rücken jagen könnte. Die ehemalige Englischprofessorin widmet sich heute ganz dem Schreiben und lebt mit ihrer Familie in Austin, Texas.
(Quelle + Infos: https://www.dtv.de/autor/tracy-wolff-7889)
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