Transparenz:
“Drachenmahr“ von Robert Corvus, erschienen im Selfpublishing, ist ein Hardcover, das ich mir selbst gekauft habe. Dieser Beitrag ist nicht bezahlt oder gesponsert und spiegelt ausschließlich meine eigenen Eindrücke wider. Ich kennzeichne ihn dennoch als Werbung, da er das Interesse an dem Buch wecken und potenzielle Kaufentscheidungen beeinflussen könnte.
Über das Buch

Autor*in: Robert Corvus
Originaltitel: Drachenmahr
Reihe | Band: –
Verlag: BoD – Books on Demand (14. Juli 2020)
Seitenzahl: 360 Seiten | Gebundene Ausgabe (auch als eBook erhältlich)
ISBN: 978-3751936507
Genre: High Fantasy, Dark Fantasy
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Umschlaggestaltung: Arndt Drechsler
Worum geht es im Buch?
Ehret den DRACHEN!
Gewaltig ist der DRACHE, sein Leib füllt das Mittelschiff der Kathedrale. Silberketten halten ihn gefesselt. In jeder Nacht schwärmen seine Jungen über die Stadt aus. Sie bringen den Bewohnern Albträume, von denen sie sich nähren. Im Morgengrauen kehren sie in die Kathedrale zurück, wo der DRACHE seine Brut verschlingt. Medien schreiten in den Traum des DRACHEN, wo sie Dinge materialisieren und in die Wirklichkeit ziehen. Das Wichtigste: die Nahrung, welche die Stadt zum Überleben braucht. Denn im Moor vor ihren Mauern heulen Geister, die jeden in den Wahnsinn treiben. Kein Besucher betritt die Stadt, und niemand entkommt ihr. So war es immer, sagten sie.
Doch ich fand heraus, dass sie logen.
Coverabbildung und Inhaltsangabe: © Robert Corvus | Drachenmahr – Robert Corvus
Tropes
Tropes – diese Story-Elemente erwarten dich:
- Strong Female Characters
- The Chosen One
- Dragon Bond
- Ancient Evil
- Murder Mystery
- Political Intrigue
- Hidden Truths
- Gothic Vibes
- Morally Grey Characters
Meine Meinung zu „Drachenmahr“
„Drachenmahr“ von Robert Corvus ist eine düstere High Fantasy Geschichte voller Geheimnisse, Intrigen, Geister und Drachenmagie. Schon der Klappentext hat mich sofort gepackt. Ein Drache, angekettet mitten im Mittelschiff einer Kathedrale. Drachenjungen, die Albträume bringen. Geister, die durch ein Moor rund um die Stadt streifen. Allein diese Bilder haben bereits in meinem Kopf so eine starke Atmosphäre erzeugt, dass ich die Geschichte unbedingt lesen musste. Die Mischung aus Bedrohung, Magie und Rätsel macht den Roman von Anfang an faszinierend. Und obwohl ich zuerst dachte, dass hier vor allem der DRACHE im Mittelpunkt stehen würde, habe ich schnell gemerkt, dass die eigentliche Stärke des Buches viel tiefer liegt: in seiner Welt, seinen Figuren und den Fragen, die die Geschichte aufwirft. Das Buch erschien erstmals 2015 bei Piper Fantasy und wurde 2020 in einer überarbeiteten Neuauflage im Self-Publishing erneut veröffentlicht.
Der Einstieg in die Geschichte hat ein wenig Zeit gefordert. Denn gerade zu Beginn musste ich mich wirklich konzentrieren, um alle Zusammenhänge und Figuren richtig einordnen zu können. Denn sowohl die Welt als auch die Figuren fordern am Anfang schon etwas Aufmerksamkeit. Speziell die vielen Strukturen innerhalb der Stadt, die hohen Häuser, die Drachengarde oder auch die Rolle der Stadtwache wirken anfangs ziemlich komplex. Nach und nach fügt sich aber alles immer mehr zusammen.
Die Atmosphäre des Buches hat mich dabei total eingenommen. Koda ist keine einfache Stadt, die man sofort komplett versteht. Sie wirkt lebendig, obwohl sie stets irgendwie im Begriff ist auseinanderzufallen. Überall liegt etwas Düsteres und Bedrückendes in der Luft. Die Menschen leben in Angst vor den Geistern außerhalb der Mauern und vor den Draken innerhalb der Stadt. Dass die Kinder des Drachen sich von Träumen und Gedanken ernähren und Menschen dabei manchmal fast leer zurücklassen, war eine Idee, die ich gleichzeitig grausam und unglaublich spannend fand. Die Menschen haben sich irgendwie mit ihrer Situation arrangiert, obwohl eigentlich alles falsch läuft. Dazu kommt der riesige DRACHE, angekettet in der Kathedrale. Er ist mächtig, schön, gefährlich und doch selbst gefangen. Dieses Bild zieht sich durch das ganze Buch und sorgt immerzu für ein Gefühl von Unruhe und Geheimnis. Dieses ganze Konstrukt fand ich absolut faszinierend.
Was ich ebenfalls unglaublich interessant fand, war das gesamte Machtgefüge innerhalb Kodas selbst. Die Stadt wird von mehreren hohen Häusern beherrscht, die sich gegenseitig misstrauen und ständig in Intrigen verstrickt sind. Darüber steht allerdings noch die Drachenmeisterin Josefa Rubinsteyn, die den DRACHEN einst gezähmt und die Stadt damit gerettet haben soll. Allein ihre Präsenz wirkte auf mich die ganze Zeit über bedrohlich und fast schon unwirklich. Dabei ist auch extrem spannend zu beobachten, wie sehr sich alles in Koda letztlich um den DRACHEN dreht. Nicht nur politisch, sondern auch im Alltag der Menschen. Die Drachengarde sorgt für Ordnung rund um die Draken und den DRACHEN selbst, während sogenannte Medien mit Hilfe des DRACHEN Dinge erschaffen können, die der Stadt Nahrung, Luxus oder andere Güter bringen. Dieses Zusammenspiel aus Abhängigkeit, Angst und Macht hat mich total fasziniert, weil man als Leser*in permanent merkt, wie fragil dieses ganze System eigentlich ist.
Auch beschreibt dieser Abschnitt Josefa einfach unglaublich gut:
„Die tiefliegenden Augen Josefa Rubinsteyns, der Drachenmeisterin, kündeten davon, dass sie nicht nur beinahe ein Jahrhundert gesehen hatte, sondern auch alle Winkel, in die Träume und Nachtmahre reichten. Diese Frau hatte den DRACHEN gerufen, gezähmt und in Ketten geschlagen. Viele wagten ihren Namen nur zu flüstern, und nicht wenige hielten sie für die wahre Herrin der Stadt.“ (Robert Corvus, „Drachenmahr“, Seite 102)
Josefa wirkt im Laufe der Geschichte fast weniger wie eine normale Figur und mehr wie ein fester Bestandteil dieser Stadt. Wie jemand, ohne den Koda vielleicht längst untergegangen wäre und vor dem trotzdem alle Angst haben. Auch die Idee mit den Medien und den Glasfiguren fand ich unglaublich faszinierend. Denn Josefa erschafft kunstvolle Glasfiguren, in denen kleine tanzende Funken leuchten. Diese Glasfiguren wirken zuerst fast filigran und wunderschön, haben aber gleichzeitig auch etwas seltsam Unheimliches an sich — vor allem durch diese kleinen tanzenden Funken in ihrem Inneren. Sie bekommen im Verlauf der Geschichte aber eine immer größere Bedeutung. Ich mochte sehr, dass die Magie in „Drachenmahr“ nicht wie ein großes Spektakel wirkt, sondern eher still, fremdartig und manchmal fast schon beklemmend.
Richtig gerne mochte ich auch die Hauptfigur Zarria Machon. Sie ist nicht diese typische überperfekte Heldin, sondern eher jemand, der sich durchbeißt, obwohl sie oft selbst nicht weiß, wem sie überhaupt noch trauen kann. Sie zweifelt, macht Fehler und versucht immer das Richtige zu tun. Gerade ihr starker Sinn für Gerechtigkeit hat sie für mich so sympathisch gemacht. Sie lebt in einer Welt, in der Wahrheit oft unbequem ist und Macht wichtiger scheint als alles andere. Zwar gehört sie zu einem der hohen Häuser, steht aber gleichzeitig auch den einfachen Menschen nahe. Ich fand schön, dass sie ihren eigenen Kopf hat und nicht einfach blind Befehle befolgt, sondern Fragen stellt und sich mit einfachen Antworten nicht zufriedengibt. Man merkt, wie sie an ihren Aufgaben wächst und langsam erkennt, dass Wahrheit oft komplizierter ist, als sie zuerst scheint.
Dadurch wurde auch ihre Rolle innerhalb der Geschichte immer spannender. Zarria Machon ist Leutnant der Stadtwache und gerät durch ihre Ermittlungen immer tiefer in die Geheimnisse der Stadt hinein. Während die Drachengarde eng mit Josefa Rubinsteyn verbunden ist und die hohen Häuser vor allem ihre eigene Macht sichern wollen, versucht Zarria irgendwie noch an Gerechtigkeit festzuhalten. Genau deswegen wirkte ihre Suche nach der Wahrheit für mich oft fast wie ein Balanceakt zwischen Pflicht, Moral und Überleben.
Überhaupt fand ich die Figuren ziemlich gelungen. Am faszinierendsten fand ich allerdings Josefa Rubinsteyn, die Drachenmeisterin. Sie wirkt gleichzeitig mächtig und zerbrechlich, herrschend und gefangen. Lange wusste ich nicht, ob ich sie fürchten oder bemitleiden soll. Genau diese Vielschichtigkeit macht viele Figuren im Buch so interessant. Niemand ist einfach nur gut oder böse. Selbst die Menschen mit den besten Absichten treffen manchmal fragwürdige Entscheidungen, wodurch die Charaktere einfach unberechenbar bleiben.
Speziell Josefa sorgt dabei immer wieder für diese moralischen Grauzonen, die sich durch die gesamte Geschichte ziehen. Ein Satz von ihr, den Josefa an Zarria richtet, ist mir besonders im Kopf geblieben, weil er eigentlich perfekt beschreibt, worum es in „Drachenmahr“ oft geht:
„Du musst begreifen, dass es nicht um Schuld oder Unschuld geht. Schon gar nicht um finstere Absichten. In der edelsten Gesinnung liegt oft die größte Gefahr. Umgekehrt wird kaum jemand Liebe dafür empfinden, dass ich mich am Schmerz meiner Gäste erfreue, und doch erhalte ich damit die Stadt.“ (Robert Corvus, „Drachenmahr“, Seite 210)
Und eben dies macht die Geschichte so spannend. Viele Figuren handeln nicht aus Bosheit, sondern aus Angst, Pflichtgefühl oder dem Wunsch, die Stadt irgendwie am Leben zu erhalten. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen richtig und falsch immer mehr.
Erzählt wird die Geschichte größtenteils aus der Ich-Perspektive von Zarria und das hat für mich persönlich auch richtig gut funktioniert. Dadurch wirkte vieles direkter und persönlicher. Man erlebt ihre Zweifel, ihre Fehler und ihre Gedanken sehr nah mit. Gleichzeitig streut Zarria immer wieder kleine Andeutungen ein, dass sie Situationen falsch eingeschätzt hat oder Dinge später anders sieht. Das mochte ich total gerne, weil man dadurch permanent das Gefühl hatte, dass noch viel mehr hinter allem steckt.
Der Schreibstil von Robert Corvus liest sich angenehm flüssig. Nicht überladen, nicht unnötig ausschweifend, sondern eher direkt und atmosphärisch. Die Bilder entstehen trotzdem sofort im Kopf. Gerade die Szenen mit den Geistern, den Draken oder dem DRACHEN in der Kathedrale hatten teilweise richtig starke Bilder. Überhaupt wirkte die ganze Welt oft grau, kalt und bedrückend auf mich. Fast so, als würde ständig Nebel über allem liegen.
Was ich auch sehr mochte: Das Buch fühlt sich stellenweise fast wie ein Fantasy-Krimi an. Zarria untersucht einen Mord und gerät dabei immer tiefer in die Geheimnisse der Stadt. Dabei werfen die Ermittlungen immer neue Fragen auf und kaum glaubt man, etwas verstanden zu haben, taucht schon die nächste Wahrheit auf, die alles wieder verändert. Dieses Rätselhafte hat mich regelrecht mehr und mehr an die Geschichte gefesselt.
Der Weltenbau gehört für mich zu den größten Stärken des Romans. Die Idee einer Stadt, die völlig vom DRACHEN abhängig ist, gleichzeitig aber unter ihm leidet, fand ich großartig. Der DRACHE ist hier nicht einfach nur ein mächtiges Wesen zum Kämpfen oder Reiten, sondern ein zentraler Teil der Gesellschaft, der Politik und sogar des täglichen Lebens. Seine Macht beeinflusst Nahrung, Schutz, Wohlstand und Angst gleichermaßen. Dazu kommen die Draken, die sich von Albträumen ernähren oder auch die Geister, die plötzlich auch in der Stadt auftauchen. Vieles bleibt lange rätselhaft, aber genau das macht den Reiz der Geschichte doch aus. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass unter der Oberfläche noch etwas lauert. Und ich musste unbedingt in Erfahrung bringen, was.
Hinter der eigentlichen Geschichte steckt außerdem noch so viel mehr. Es geht nicht nur um Drachen oder Magie, sondern auch um Wahrheit, Macht, Angst und die Frage, wie viel Menschen bereit sind zu opfern, um Sicherheit zu behalten. Die Geschichte zeigt, wie gefährlich Gewohnheit sein kann und wie schwer es ist, gegen ein festgefahrenes System anzukämpfen. Gleichzeitig verliert das Buch dabei nie seine Spannung oder seine emotionale Seite.
Einzig als Drachen-Fan, hätte ich tatsächlich manchmal gerne noch ein bisschen mehr über den DRACHEN und die Draken selbst erfahren. Aber ehrlich? Das ist Jammern auf hohem Niveau.
Fazit:
„Drachenmahr“ von Robert Corvus ist eine richtig starke, düstere Fantasy-Geschichte mit ungewöhnlichen Ideen, spannenden Figuren und einer Atmosphäre, die sich richtig festsetzt. Kein typischer Drachenroman und gerade deshalb irgendwie besonders. Wer eine spannende, intelligente und atmosphärische Fantasy-Welt voller Geheimnisse und moralischer Grauzonen sucht, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Absolute Leseempfehlung!
Meine Bewertung


Altersempfehlung und Zielgruppe
Ich würde „Drachenmahr“ von Robert Corvus Leser*innen ab etwa 16 Jahren empfehlen, die düstere Fantasy mit viel Atmosphäre, Geheimnissen und politischen Intrigen mögen. Der Roman lebt weniger von großen Schlachten oder permanenter Action, sondern vielmehr von seiner bedrückenden Stimmung, den moralischen Grauzonen und den vielen Fragen, die die Geschichte aufwirft.
Wer klassische Drachenfantasy mit epischen Kämpfen und Drachenreitern erwartet, sollte allerdings wissen, dass „Drachenmahr“ einen anderen Weg geht. Der DRACHE steht zwar im Zentrum der Geschichte, ist aber eher Symbol für Macht, Angst und Abhängigkeit als reines Fantasy-Spektakel. Stattdessen liegt der Fokus stark auf den Figuren, den Geheimnissen der Stadt Koda und Zarrias Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit.
Besonders Leser*innen, die atmosphärische Fantasy mit düsterem Weltenbau, vielschichtigen Charakteren und einem leicht krimiartigen Einschlag mögen, dürften hier voll auf ihre Kosten kommen. Wer Geschichten liebt, in denen nicht alles klar in Gut und Böse aufgeteilt ist und in denen unter der Oberfläche ständig neue Geheimnisse lauern, sollte sich „Drachenmahr“ definitiv anschauen.
Autor*in
Robert Corvus, 1972 geboren, lebt in Niedersachsen. Der Diplom-Wirtschaftsinformatiker war in verschiedenen internationalen Konzernen als Strategieberater und Projektleiter tätig. Corvus ist Metalhead, Kinofan und Tänzer. Als Bernard Craw veröffentlichte er zahlreiche Romane in den Reihen »Das schwarze Auge« und »Battletech« sowie einen apokalyptischen Vampirthriller. Als Robert Corvus etablierte er sich mit der Trilogie »Die Schattenherren« in der Grim & Gritty Fantasy, schreibt neben Einzeltiteln und Trilogien Fantasy bei »Die Vagabunden«, Science-Fiction bei »Perry Rhodan« und adaptierte gemeinsam mit Bernhard Hennen die »Phileasson-Saga«.
(Quelle + Infos: https://www.amazon.de/stores/author/B00AWO5S9C/about)
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Hallo liebe Elchi,
was für ein gefährliches/düster gestaltetes Cover für meinen Geschmack……was aber durchaus nicht uninteressant mir erscheint……macht schon Lust auf mehr………
LG…Karin..
Das es keine klassische Drachengeschichte ist, klingt interessant. Ich mag konstruierte, geheimnisvolle Szenarien, die entschlüsselt werden wollen. Ich denke, ich werde den Roman für nächsten Monat mal auf meine Lese-Liste packen.