Transparenz:
„Die Nacht der Götter“ von Robert Corvus, erschienen im Self-Publishing, ist ein Rezensionsexemplar, das mir vom Autor vorab als eBook kostenlos für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt wurde. Die Bereitstellung erfolgte ohne Vergütung und ohne Vorgaben hinsichtlich meiner Bewertung. Die kostenlose Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst. Meine Rezension spiegelt ausschließlich meine eigenen Eindrücke und meine ehrliche Meinung wider.
Lieber Robert, hab vielen lieben Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Über das Buch

Autor*in: Robert Corvus
Originaltitel: Die Nacht der Götter
Reihe | Band: Einzelband
Verlag: Selfpublishing (eBook 1. November 2026, Hardcover 1. Dezember 2026, Paperback 15. Dezember 2026)
Seitenzahl: 342 Seiten | Amazon eBook
ASIN: B0HPYYNXGZ
Genre: Gaslight Fantasy
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Umschlaggestaltung: © Robert Corvus; KI-generiert
Worum geht es im Buch?
Ich bin Astra.
Mein Vater ist Direktor eines wundervollen Museums. Er hat mich mit dem Fieber angesteckt, das ganz London befallen hat: der Ägyptomanie.
Bald werden Scharen von Besuchern in die neue Ausstellung strömen. Doch ich darf ihre Schätze schon vorher erkunden: die Artefakte aus Achet-Aton, der Sonnenstadt am Nil. Welche Botschaften tragen sie durch die Jahrtausende zu uns?
Und was, wenn noch etwas anderes mit ihnen gekommen ist? Etwas, das wir nicht gerufen haben und auf das unsere moderne Welt nicht vorbereitet ist?
Coverabbildung und Inhaltsangabe: © Robert Corvus | Die Nacht der Götter – Robert Corvus
Tropes
Tropes – diese Story-Elemente erwarten dich:
- Edwardian London
- Egyptian Mythology
- Ancient Gods
- Gods Among Mortals
- Ancient Artifacts
- Hidden Secrets
- Supernatural Mystery
- Morally Grey Characters
- Slow Burn Romance
- Gothic Atmosphere
Meine Meinung zu „Die Nacht der Götter“
„Die Nacht der Götter“ von Robert Corvus ist ein Gaslight-Fantasy-Roman, der im London des Jahres 1903 spielt und die ägyptische Mythologie mit einer geheimnisvollen, stellenweise düsteren Geschichte verbindet.
Es gibt Geschichten, die mich schon allein mit ihrem Schauplatz und ihrer Grundidee neugierig machen. Und bei „Die Nacht der Götter“ war das definitiv der Fall. Schon als ich die ersten Informationen über den Roman bekommen habe, war ich unglaublich gespannt und habe der Geschichte regelrecht entgegengefiebert. Schließlich liebe ich Geschichten, die im historischen London angesiedelt sind, und bin mindestens genauso begeistert von allem, was mit Mythologie zu tun hat. Mit jedem kleinen Informationsschnipsel, den ich vorab erhielt, wuchs meine Vorfreude und damit natürlich auch meine Erwartungshaltung. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich den Roman bereits vorab lesen durfte. Und was soll ich sagen? Robert Corvus hat meine mittlerweile doch recht hohen Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern mich mit seiner Geschichte auch rundum begeistert!
Was mich dann allerdings erwartete, hatte ich so nicht vorausgesehen. Denn was zunächst beinahe sanft und mit einer zarten romantischen Note beginnt, entwickelt sich nach und nach zu einem geheimnisvollen Mystery-Krimi, bis daraus schließlich ein gewaltiges, actionreiches Fantasy-Abenteuer wird. Eine Entwicklung, die mich mehr als einmal überrascht hat, die sich für mich aber trotzdem ganz natürlich angefühlt hat.
Im Mittelpunkt steht die achtzehnjährige Anastasia Prydon, genannt Astra, die gemeinsam mit ihrem Vater in London lebt. Sie ist eine junge Frau, die sich gerne mit Dunkelheit umgibt, ihre Ruhe und das Alleinsein schätzt und die das alte Ägypten unglaublich fasziniert. Nicht zuletzt durch ihren Vater, der ein Museum betreibt und ihr seine Begeisterung für die antike Kultur ebenso wie einiges an Wissen über deren Hinterlassenschaften mitgegeben hat. Astra hat aber auch eine ziemlich ungewöhnliche, beinahe morbide Ader. So schläft sie beispielsweise in einem mit Seide ausgekleideten Doppelsarg. Ja, tatsächlich, einem Sarg! Allein diese kuriose Eigenheit fand ich herrlich und sie passt wunderbar zu ihrer schwärmerisch-düsteren Art, die mich ein wenig an die Ästhetik der Schwarzen Romantik erinnert hat.
Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Clementine Pope und Poul Carter, dem Sohn des Museumswächters, wird sie in rätselhafte Ereignisse hineingezogen, die bald weit über das hinausgehen, was die drei zunächst für möglich gehalten hätten. Was anfangs noch nach einzelnen geheimnisvollen Vorkommnissen aussieht, entwickelt sich nach und nach zu einer Suche nach Antworten. Und je mehr sie herausfinden, desto deutlicher wird, dass hinter den Geschehnissen wesentlich mehr steckt, als sie anfangs vermutet haben.
Was mich von Beginn an begeistert hat, war die Atmosphäre. Robert Corvus versteht es, das London des beginnenden 20. Jahrhunderts lebendig werden zu lassen. Dabei spielen nicht nur die historischen Schauplätze eine Rolle, sondern auch die gesellschaftlichen Unterschiede und die Veränderungen, die diese Zeit mit sich bringt. All die alten Traditionen und neuen Entwicklungen bilden eine ausgesprochen stimmungsvolle Kulisse.
Ob in den Straßen Londons, zwischen den Ausstellungsstücken des Museums, im Lotosdunst oder an Orten wie dem Highgate Cemetery – ich habe es geliebt, wie Robert Corvus diese unterschiedlichen Schauplätze zum Leben erweckt und ihnen jeweils ihre ganz eigene Atmosphäre verleiht. Dazu kommt eine beinahe märchenhafte, manchmal melancholische Stimmung, die sich vor allem durch die ruhigeren Abschnitte zieht. Ich mochte diese Mischung aus historischen Details, zarten Gefühlen und einer unterschwelligen Bedrohung unglaublich gerne.
Gerade die Beschreibungen des Lotosdunsts, eines geheimnisvollen Etablissements, in das Astra und Poul hinabsteigen, sind mir im Gedächtnis geblieben und haben mich vollkommen abgeholt. Schon beim Lesen hatte ich die grünen Lampen vor Augen, die das Kellergewölbe in ein eigentümliches Licht tauchen, die bestickten Seidenvorhänge, hinter denen sich kleine Separees verbergen, und diesen gewaltigen Drachen aus grünem und weißem Stoff, der sich in Windungen und Spiralen unter der Decke entlangschlängelt.
Auch die kleinen Details sind es, die diesen Ort so lebendig machen. Etwa die Zubereitung eines Glases Absinth, bei der sich der Zucker langsam auflöst und die grüne Flüssigkeit durch einen milchigen Nebel getrübt wird. Robert Corvus beschreibt diesen Moment so anschaulich, dass ich die Szene sofort vor Augen hatte:
„Eine Frau, die jünger sein könnte als ich, hantiert am Hahn einer Glaskaraffe, die Eiswasser enthält. Sie wirkt äußerst konzentriert, beinahe wie in einem sakralen Akt, während sie es über einen Zuckerwürfel auf einem Absinthlöffel träufelt. Er löst sich auf und milchiger Nebel, der wie eine träge tanzende Gestalt wirkt, trübt die grüne Flüssigkeit im Glas.“ (Robert Corvus, „Die Nacht der Götter“, Seite 104, ca. 30% im eBook)
Gerade diese Mischung aus einer beinahe traumhaften, märchenhaften Stimmung, in der dennoch stets ein Hauch von Unheimlichem mitschwingt, hat es mir angetan. Ich liebe dieses Malerische im Düsteren und das Geheimnisvolle hinter dem scheinbar Alltäglichen.
Überhaupt fand ich die Verbindung zwischen der historischen Welt und der ägyptischen Mythologie großartig umgesetzt. Denn diese ist hier weit mehr als ein exotischer Hintergrund. Alte Gottheiten, überlieferte Vorstellungen, Hieroglyphen, Rituale und historische Zusammenhänge sind eng mit der Handlung verwoben. Was zunächst wie eine Reihe rätselhafter Vorkommnisse erscheint, offenbart nach und nach eine wesentlich größere Dimension.
Dabei gefiel mir, dass sich die Geheimnisse nicht einfach durch Zufälle auflösen, sondern Astra und ihre Begleiter Zusammenhänge erkennen, Hinweise deuten und immer wieder über das hinausdenken müssen, was sie bislang für möglich gehalten haben. Ich habe dabei selbst mitgerätselt und eigene Vermutungen angestellt.
Die ägyptischen Gottheiten sind hier nicht einfach irgendwelche mächtigen Wesen, die plötzlich auftauchen und ihre Kräfte demonstrieren. Vielmehr besitzen sie eine Präsenz, die ihre uralte Herkunft und ihre für uns Menschen kaum begreifbare Macht spürbar macht. Was mir dabei gut gefallen hat, ist, wie unterschiedlich Robert Corvus die einzelnen Gottheiten darstellt. Sie verfolgen ihre ganz eigenen Interessen und haben mitunter recht eigenwillige Vorstellungen davon, wie die Dinge zu laufen haben. Manche wirken beinahe zugänglich, andere wiederum unnahbar, unberechenbar oder sogar richtig erschreckend. Dabei strahlen sie alle etwas Geheimnisvolles und Ehrfurchtgebietendes aus. Doch dadurch bekommen sie für mich eine ganz eigene Persönlichkeit und wirken nicht einfach wie austauschbare, übermächtige Wesen. Sie denken und handeln nicht zwangsläufig nach menschlichen Maßstäben. Was für einen Menschen von großer Bedeutung ist, kann aus göttlicher Sicht vollkommen belanglos erscheinen.
Speziell diese unterschiedlichen Sichtweisen der Menschen und Götter fand ich unglaublich faszinierend. Denn wer entscheidet eigentlich, was gut oder böse ist, wenn selbst die Götter ganz unterschiedliche Ziele verfolgen?
Ebenso sind die Hieroglyphen weit mehr als bloße Schriftzeichen und bekommen im Verlauf der Geschichte noch eine ganz andere Bedeutung. Gerade die Beschreibungen rund um das Tätowieren fand ich ziemlich eindringlich, denn Robert Corvus geht dabei so sehr ins Detail, dass ich selbst vor Schmerz kurz zusammengezuckt bin.
Was mich dabei besonders fasziniert hat, waren die Verschmelzungen zwischen den göttlichen und menschlichen Bewusstseinsebenen, die dem Ganzen nochmal eine ganz eigene Dynamik verliehen haben. All die unterschiedlichen Wahrnehmungen, Gefühle und Machtverhältnisse, die hier miteinander vermischt werden. Da treffen menschliche Sehnsüchte, Ängste und moralische Vorstellungen auf eine göttliche Denkweise, die sich nicht ohne Weiteres damit vereinbaren lässt. Und plötzlich geht es nicht mehr nur darum, welche Macht eine Gottheit besitzt, sondern auch darum, wie viel Einfluss ein Mensch auf seine eigenen Gedanken und Entscheidungen überhaupt noch hat.
Dieses innere Ringen um Einfluss, Entscheidungen und die eigene Identität fand ich unglaublich spannend. Zumal die Grenzen zwischen Gut und Böse dadurch immer wieder verschwimmen und selbst vermeintlich richtige Entscheidungen erschreckende Folgen haben können. Sehr eindrucksvoll dargestellt!
Aber Vorsicht, denn ab da wird es auch sehr komplex. Immer mehr Gottheiten treten in Erscheinung, ihre Verbindungen untereinander, die unterschiedlichen Machtverhältnisse und die verschiedenen Verschmelzungen verlangen schon einiges an Aufmerksamkeit. Ich musste mich stellenweise doch sehr konzentrieren, um den Überblick zu behalten, wer nun eigentlich mit wem verbunden ist und welche Rolle die einzelnen Gottheiten spielen.
Dabei werden die mythologischen Hintergründe durchaus nachvollziehbar erklärt. Es sind vielmehr die vielen Informationen, die gerade im letzten Drittel zunehmend auf einen einprasseln, wodurch ich die Geschichte beinahe ein wenig überladen empfand. Nicht unbedingt im negativen Sinne, denn all diese Informationen, Zusammenhänge und Eindrücke fügen sich durchaus zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Trotzdem hätte ich mir zwischendurch etwas mehr Raum gewünscht, um das Gelesene auf mich wirken zu lassen.
Dass es am Ende des Romans noch ein Verzeichnis der Gottheiten und ein Glossar gibt, habe ich übrigens erst nach der Lektüre entdeckt. Tja, das hätte mir zwischendurch vermutlich die eine oder andere Grübelei erspart.
Astra war mir auf Anhieb sympathisch. An ihr mochte ich vor allem, dass sie einerseits durchaus ihrer Erziehung und den gesellschaftlichen Vorstellungen ihrer Zeit entspricht, sich andererseits aber auch immer wieder gegen die geltenden Konventionen auflehnt. Gerade ihre Unsicherheiten, ihre Sehnsüchte und die gelegentlich recht impulsiven Entscheidungen machen sie für mich zu einer glaubwürdigen Protagonistin. Ich habe ihre Entwicklung sehr gerne begleitet, denn speziell ihre Menschlichkeit gewinnt im Laufe der Geschichte noch einmal enorm an Bedeutung.
An ihrer Seite steht ihre beste Freundin Clementine Pope, die mir mit ihrer lebhaften, manchmal herrlich eigenwilligen Art ebenfalls schnell sympathisch war. Auch ihr kleines Geheimnis hat im Verlauf der Geschichte hier und da für einen Schmunzler gesorgt. Ihre Freundschaft basiert auf einem tiefen gegenseitigen Vertrauen, was mir ausgesprochen gut gefallen hat.
Und dann wäre da natürlich noch Poul Carter, ein einfacher Tagelöhner, der eine große Leidenschaft für die Dichtkunst hat. Er ist alles andere als ein typischer Held. Seine Gefühle, sein Mut und seine Verbundenheit mit den Menschen, die ihm wichtig sind, machten ihn für mich so greifbar. Seine Entwicklung hat mich stellenweise wirklich berührt. Auch sein Umgang mit Astra verleiht der Geschichte ganz wunderbare Momente und bringt einen Hauch Romantik ins Spiel. Die zarten romantischen Gefühle passen wunderbar in die Geschichte hinein, ohne alles andere zu überlagern.
Aber auch die Nebenfiguren bringen ihre eigenen Interessen, Überzeugungen und Geheimnisse mit und spielen eine wichtige Rolle.
Was mir ebenfalls sehr gefallen hat, war der Aufbau der Handlung. Anfangs nimmt sich die Geschichte noch Zeit für ihre Figuren, die Atmosphäre und die sich langsam entwickelnden Beziehungen. Dann schleichen sich immer mehr Geheimnisse und rätselhafte Ereignisse ein. Astra beginnt nachzuforschen, Zusammenhänge werden erkennbar und plötzlich fühlt sich die Geschichte beinahe wie ein Mystery-Krimi an. Ich habe gerne mitgerätselt und versucht, die einzelnen Hinweise miteinander zu verbinden. Dabei zieht Robert die Spannung immer weiter an, ohne dass sich der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Genreanteilen für mich aufgesetzt angefühlt hätte. Vielmehr entwickelt sich eines aus dem anderen.
Und dann kommt das Finale! Meine Güte, damit hatte ich in dieser Intensität wirklich nicht gerechnet. Plötzlich wird die Geschichte zu einem gewaltigen Fantasy-Abenteuer voller göttlicher Macht, dramatischer Auseinandersetzungen und teilweise erschreckender Brutalität. Gerade diese Brutalität hat mich im Vergleich zum sanften Beginn ziemlich überrascht. Einige Szenen sind wirklich heftig! Und auch wenn mir das alles stellenweise beinahe ein wenig zu viel wurde, blieb die Spannung enorm hoch. Ich wollte schließlich unbedingt wissen, wie Robert Corvus die ganzen Ereignisse am Ende zusammenführen würde.
Der Schreibstil von Robert Corvus hat mir auch diesmal wieder richtig gut gefallen. Er schreibt flüssig, bildhaft und atmosphärisch, manchmal beinahe poetisch. Besonders mag ich seine ungewöhnlichen Formulierungen, wie z. B. „schneeschwebende Schritte“, die mit wenigen Worten ein ganz eigenes Bild entstehen lassen. Ich liebe diese kleinen Details.
Erzählt wird die Geschichte aus Astras Ich-Perspektive, wodurch man ihre Gedanken, Gefühle und Zweifel unmittelbar miterlebt. Das fand ich sehr passend, denn man entdeckt die Geheimnisse gewissermaßen gemeinsam mit ihr. Dazu kommen lebendige Dialoge, gelegentlicher Humor und immer wieder Momente, die mich nachdenklich gestimmt haben.
Was mir am Ende dann aber fast am besten gefallen hat, war, dass die Geschichte nach all der Action und Brutalität wieder zu jener Sanftheit und den zarten Emotionen zurückfindet, die mich bereits zu Beginn so angesprochen haben.
Nach all den gewaltigen Ereignissen rücken plötzlich wieder die ganz menschlichen Dinge in den Vordergrund. Liebe, Familie, Verbundenheit, Abschied und die Frage, was im Leben eigentlich wirklich zählt. Gerade diese leisen, emotionalen Momente haben mich noch einmal richtig berührt. Und auch die Entwicklung der Figuren findet hier einen Abschluss, der für mich wunderbar zur Geschichte passt. Mehr möchte ich dazu gar nicht verraten, denn gerade diese Momente sollte man beim Lesen selbst erleben dürfen.
Und dann folgt noch der Epilog, der dem Ganzen für mich tatsächlich das Sahnehäubchen aufsetzt. Hier darf die Geschichte noch einmal zur Ruhe kommen und man bekommt einen kleinen, hoffnungsvollen Ausblick darauf, wie es nach all den Ereignissen weitergeht. Ich fand diesen versöhnlichen Abschluss einfach wunderschön. Gerade nach dem gewaltigen Finale hat mir diese Rückkehr zu den leiseren Tönen unglaublich gut gefallen. Für mich schließt sich damit auch der Kreis zum Anfang der Geschichte.
Fazit:
„Die Nacht der Götter“ von Robert Corvus ist für mich ein großartiger Gaslight-Fantasy-Roman, der mich rundum begeistert hat. Vor allem das atmosphärische London-Setting, die ägyptische Mythologie und die vielschichtigen Figuren haben es mir angetan.
Von den sanften, leicht romantischen Anfängen über den geheimnisvollen Mystery-Krimi bis hin zum gewaltigen Fantasy-Abenteuer entwickelt sich die Geschichte immer weiter, ohne dabei ihren roten Faden zu verlieren. Zwar war mir das Finale stellenweise beinahe etwas zu überladen und die zunehmende Komplexität der Gottheiten verlangte einiges an Aufmerksamkeit, doch der wunderschöne, emotionale Ausklang hat mich dafür noch einmal richtig berührt.
Eine spannende, bildgewaltige und zugleich gefühlvolle Geschichte, die mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Absolute Leseempfehlung!
Meine Bewertung

Altersempfehlung und Zielgruppe
Ich würde „Die Nacht der Götter“ von Robert Corvus Leser*innen ab 16 Jahren empfehlen, die Gaslight Fantasy mögen und sich für die ägyptische Mythologie, geheimnisvolle Ereignisse und ungewöhnliche Figuren begeistern können. Zwar beginnt die Geschichte vergleichsweise sanft und mit einer zarten romantischen Note, entwickelt sich im weiteren Verlauf jedoch zu einem spannenden Mystery-Krimi und schließlich zu einem actionreichen Fantasy-Abenteuer. Gerade im letzten Drittel wird es stellenweise recht brutal, weshalb ich die Altersempfehlung ab 16 Jahren für angemessen halte. Hinzu kommt die zunehmende Komplexität der ägyptischen Götterwelt, die einiges an Aufmerksamkeit verlangt.
Gleichzeitig richtet sich der Roman an Leser*innen, die atmosphärische Schauplätze, historische Hintergründe und eine bildhafte, stellenweise beinahe poetische Sprache schätzen. Besonders die Verbindung zwischen dem London des Jahres 1903 und der ägyptischen Mythologie macht für mich einen großen Reiz der Geschichte aus. Wer gerne gemeinsam mit den Figuren rätselt, sich für alte Gottheiten und ihre mitunter recht eigenwilligen Vorstellungen interessiert und Geschichten mit moralischen Grauzonen mag, dürfte hier einiges zu entdecken haben. Auch Fans von Gaslight Fantasy, Mythology Retelling, Ancient Gods und Gothic Atmosphere kommen auf ihre Kosten. Allerdings sollte man wissen, dass die romantischen Elemente nicht im Mittelpunkt stehen und die Handlung zum Ende hin deutlich düsterer und gewaltiger wird.
Autor*in
Robert Corvus, 1972 geboren, lebt in Niedersachsen. Der Diplom-Wirtschaftsinformatiker war in verschiedenen internationalen Konzernen als Strategieberater und Projektleiter tätig. Corvus ist Metalhead, Kinofan und Tänzer. Als Bernard Craw veröffentlichte er zahlreiche Romane in den Reihen »Das schwarze Auge« und »Battletech« sowie einen apokalyptischen Vampirthriller. Als Robert Corvus etablierte er sich mit der Trilogie »Die Schattenherren« in der Grim & Gritty Fantasy, schreibt neben Einzeltiteln und Trilogien Fantasy bei »Die Vagabunden«, Science-Fiction bei »Perry Rhodan« und adaptierte gemeinsam mit Bernhard Hennen die »Phileasson-Saga«.
(Quelle + Infos: https://www.amazon.de/stores/author/B00AWO5S9C/about)
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