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“Gottes Ebenbilder: Der Erwählte“ von Robert Corvus, erschienen im Self-Publishing, ist ein Rezensionsexemplar, das mir vom Autor als eBook kostenlos für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt wurde. Die kostenlose Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst. Meine Rezension spiegelt ausschließlich meine eigenen Eindrücke wider. Lieber Robert Corvus, hab vielen lieben Dank für die Bereitstellung des Exemplars.
Über das Buch

Autor*in: Robert Corvus
Originaltitel: Gottes Ebenbilder: Der Erwählte
Reihe | Band: Gottes Ebenbilder
Verlag: Selfpublishing (1. August 2026)
Seitenzahl: 298 Seiten | Amazon eBook
ASIN: B0H9HWRSR4
Genre: Science-Fiction
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Umschlaggestaltung: © Robert Corvus; KI-generiert
Worum geht es im Buch?
Die Erde im Jahr 2072: Die technokratische Bewegung hat regen Zulauf, aber angesichts von Katastrophen wie der Strahlenhölle von Indopakistan erleben auch traditionelle Religionen eine Renaissance. In Kontinentaleuropa steht eine Präsidentschaftswahl an, bei der die Technokraten gute Aussichten haben.
Unversehens melden Teleskope ein außerirdisches Flugobjekt im Sonnensystem. Ein Erstkontakt!
Gabriel Heller ist fasziniert. Seine Arbeit in der Sternwarte von Huascarán ist die Erfüllung eines Kindheitstraums. Doch nicht nur seiner astronomischen Kenntnisse wegen erwählen ihn die Außerirdischen als Sprecher für die Menschheit – ebenso wichtig ist ihnen, dass er zum katholischen Priester geweiht ist …
Coverabbildung und Inhaltsangabe: © Robert Corvus | Gottes Ebenbilder: Der Erwählte – Robert Corvus
Tropes
Tropes – diese Story-Elemente erwarten dich:
- First Contact
- Clash of Cultures
- Social Fiction
- Sense of Wonder
- Science vs. Religion
- Political Intrigue
- Ideological Conflict
- Multiple POVs
- Aliens
Meine Meinung zu „Gottes Ebenbilder: Der Erwählte“
„Gottes Ebenbilder: Der Erwählte“ von Robert Corvus ist ein High-Concept-Science-Fiction-Roman, der Erstkontakt, Clash of Cultures, Social Fiction und Sense of Wonder miteinander verbindet. Gleichzeitig ist er der erste Teil der „Gottes Ebenbilder“-Dilogie. Das eBook wurde in zwei Teile unterteilt, während die voraussichtlich im Oktober 2026 erscheinende Printausgabe beide Teile als Gesamtausgabe und zusätzlich mit Illustrationen enthalten wird.
Was wäre, wenn dein Glaube plötzlich zur Gewissheit würde? Was würde passieren, wenn diese Gewissheit nicht durch eine religiöse Offenbarung entsteht, sondern durch den Kontakt mit einer außerirdischen Zivilisation?
Mit genau dieser Frage beschäftigt sich Robert Corvus in „Gottes Ebenbilder: Der Erwählte“. Die Erde im Jahr 2072 ist eine Welt, in der sich vieles verändert hat. Technokratische Bewegungen gewinnen an Einfluss, gleichzeitig erleben traditionelle Religionen nach schweren globalen Katastrophen eine Renaissance. In Kontinentaleuropa steht eine Präsidentschaftswahl bevor, bei der die Technokraten gute Chancen haben. Und dann taucht plötzlich ein außerirdisches Flugobjekt im Sonnensystem auf.
Erstkontakt. Und damit beginnt für die Menschheit etwas, auf das sie wohl kaum vorbereitet ist.
Für Gabriel Heller, Astronom in der Sternwarte von Huascarán und zugleich Jesuit und katholischer Priester, beginnt damit etwas, das weit über seine wissenschaftliche Arbeit hinausgeht. Die Außerirdischen wählen ausgerechnet ihn als Sprecher der Menschheit aus. Nicht nur wegen seines astronomischen Wissens, sondern auch wegen seines Glaubens.
Allein diese Ausgangssituation hat mich schon neugierig gemacht. Denn Astronom und katholischer Priester? Das ist nun nicht unbedingt die Kombination, die man in jedem Erstkontaktroman erwartet. Robert Corvus geht damit einen etwas anderen Weg. Wissenschaft und Religion werden nicht einfach als Gegensätze dargestellt. Vielmehr treffen sie aufeinander und müssen sich plötzlich mit einer Wirklichkeit auseinandersetzen, die bisher außerhalb menschlicher Vorstellung lag.
Ich muss allerdings ehrlich sagen, dass ich eine Weile gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzufinden. „Gottes Ebenbilder: Der Erwählte“ ist kein Buch, das ich einfach mal eben nebenbei lesen konnte. Dafür steckt zu viel darin. Religion, Philosophie, Politik, gesellschaftliche Entwicklungen und natürlich die wissenschaftlichen Aspekte der Science Fiction spielen eine große Rolle. Das sind nicht gerade die Themen, in denen ich mich besonders sicher bewege, und so musste ich an einigen Stellen genauer lesen, manche Gedanken erst einmal auf mich wirken lassen und mich überhaupt in diese für mich ungewohnte Welt hineinarbeiten.
Das lag aber wirklich nicht am Schreibstil. Robert Corvus schreibt klar und flüssig und schafft es, auch komplexere Zusammenhänge nachvollziehbar zu vermitteln. Trotzdem verlangt die Geschichte Aufmerksamkeit. Sie möchte nicht nur unterhalten, sondern lädt immer wieder dazu ein, über das Gelesene nachzudenken. Deshalb habe ich für dieses Buch deutlich länger gebraucht als für andere Romane.
Je weiter ich gekommen bin, desto mehr konnte ich allerdings erkennen, wie gut die einzelnen Bereiche miteinander verbunden sind. Die Welt von 2072 wirkt nicht wie eine beliebige Zukunft, die nur deshalb existiert, weil die Handlung sie braucht. Vieles nimmt seinen Ausgang in Entwicklungen unserer Gegenwart und wird konsequent weitergedacht. Politik, Technik, Religion und gesellschaftliche Veränderungen greifen ineinander. Man merkt einfach, dass hier sehr viel Recherche, Überlegung und Arbeit in der Entwicklung dieser Welt steckt.
Erzählt wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven. Dadurch entstehen verschiedene Handlungsstränge, die zunächst teilweise unabhängig voneinander wirken und unterschiedliche Bereiche dieser zukünftigen Welt zeigen. Wir erleben also nicht nur den Erstkontakt und seine unmittelbaren Auswirkungen, sondern bekommen auch Einblicke in politische, religiöse und gesellschaftliche Entwicklungen. Das macht die Geschichte größer und vermittelt ein umfassenderes Bild davon, was dieser Kontakt für die Menschheit bedeutet.
Gleichzeitig war genau das für mich am Anfang eine kleine Herausforderung. Es kommen viele Figuren und unterschiedliche Perspektiven zusammen, und nebenbei werden noch jede Menge Informationen über diese Zukunft vermittelt. Ich musste mich da erst einmal orientieren. Mit der Zeit haben sich die einzelnen Stränge aber immer besser miteinander verbunden, und gerade rückblickend finde ich diese Erzählweise passend. Ein Ereignis, das die gesamte Menschheit betrifft, lässt sich eben nicht sinnvoll nur aus einer Perspektive erzählen.
Bei den Figuren hat mir gefallen, dass sie nicht einfach nur dazu da sind, die Handlung voranzutreiben. Jede bringt ihre eigene Geschichte, ihre Überzeugungen und ihre Sicht auf die Ereignisse mit.
Gabriel Heller fand ich schon aufgrund seiner ungewöhnlichen Kombination aus Astronom und Priester interessant. Er steht gewissermaßen zwischen zwei Welten und ist damit genau die richtige Figur für eine Geschichte, in der Wissenschaft und Glaube eine so wichtige Rolle spielen.
Sehr schnell ins Herz geschlossen habe ich allerdings Victoria „Vicky“ Freundlich. Sie ist Linguistin und Übersetzerin im Dienst des Erzbistums Köln, gleichzeitig junge Witwe und Mutter einer Tochter im Grundschulalter. Sie trägt bereits im normalen Leben eine Menge Verantwortung und wird dann auch noch in diesen außergewöhnlichen Erstkontakt hineingezogen. Was mir an ihr gefällt, ist ihre Empathie. Sie versucht nicht, die Heldin zu spielen. Sie sieht, wo sie gebraucht wird, und übernimmt Verantwortung, auch wenn sie selbst Zweifel hat und weiß, dass diese Entscheidungen ihren Preis haben.
Und dann ist da Thor Sigmundsson. Thor ist Linguist, beschäftigt sich mit den Sprachen der präkolumbianischen Kulturen und bringt mit seiner lockeren Art und seinem Humor immer wieder etwas Leichtigkeit in die Geschichte. Seine Sprüche, sein Aussehen und seine ganze Art haben mich tatsächlich mehrfach an Robert Corvus selbst erinnert. Und wie sich später in dem Interview, das ich mit Robert geführt habe, herausstellte, war dieser Eindruck gar nicht völlig daneben. Robert hat mir verraten, dass in Thor tatsächlich etwas mehr von ihm steckt als in anderen Figuren.
Die Dynamik zwischen Vicky und Thor hat mir richtig gut gefallen. Es geht bei den beiden nicht nur um ihre Zusammenarbeit. Zwischen ihnen entwickelt sich eine besondere Nähe, und ihre Gespräche, Neckereien und Berührungen haben für mich eine schöne eigene Spannung.
Mein persönliches Highlight waren dabei die Tanzszenen. Vicky und Thor versuchen sich am Paso Doble, wobei Thor nicht ganz so führt, wie Vicky es sich vorgestellt hat. Danach wird Vicky von einem älteren Herrn aufgefordert, der offenbar genau weiß, was er auf der Tanzfläche tut. Und plötzlich wird aus der Szene ein richtig eindrucksvoller Tanzmoment. Robert Corvus beschreibt diesen Paso Doble so intensiv, dass ich die Bewegungen und die Spannung zwischen den Tänzern direkt vor Augen hatte und in Gedanken mitgetanzt habe.
Neben den persönlichen Geschichten spielt natürlich der große gesellschaftliche Konflikt eine wichtige Rolle. Die technokratische Bewegung fand ich dabei interessant, gerade weil sie nicht einfach als klassische Bösewicht-Fraktion angelegt ist. Sie glaubt an Rationalität, Optimierung und daran, dass die Menschheit durch konsequente Anwendung von Vernunft ihr Potenzial ausschöpfen kann. Dem gegenüber steht die christliche Vorstellung einer transzendenten Erlösung. Damit treffen zwei unterschiedliche Vorstellungen davon aufeinander, wie der Mensch zu einer besseren Zukunft gelangen kann.
Und genau an dieser Stelle merkt man, wie viel Social Fiction in diesem Roman steckt. Robert Corvus beschäftigt sich nicht nur mit der Frage, wie ein Erstkontakt technisch funktionieren könnte. Viel spannender ist, was dieser Kontakt mit einer Gesellschaft macht. Was passiert mit Religionen? Was passiert mit politischen Systemen? Was bedeutet die Erkenntnis, dass die Menschheit Teil einer viel größeren Gemeinschaft intelligenter Wesen sein könnte? Und was macht eine solche Erkenntnis mit unserem eigenen Selbstbild?
Auch der Clash of Cultures funktioniert für mich deshalb auf mehreren Ebenen. Natürlich treffen Menschen auf Außerirdische. Aber gleichzeitig treffen unterschiedliche Religionen, politische Vorstellungen, Kulturen und Weltanschauungen aufeinander. Und mir gefällt, dass Robert dabei nicht einfach eine Seite zur richtigen und die andere zur falschen erklärt.
Der Science-Fiction-Anteil kommt dabei ebenfalls nicht zu kurz. Gerade die außerirdische Kultur fand ich spannend, weil sie nicht einfach wie eine etwas anders aussehende Version der Menschheit wirkt. Mit Kerreck gibt es beispielsweise eine Figur, die zwischen Individualität und Kollektiv steht. Das ist eine interessante Vorstellung und zeigt, dass Robert Corvus bei seinen Außerirdischen Wert darauf legt, ihre Fremdartigkeit nicht komplett menschlich zu machen.
Und dann ist da der Sense of Wonder. Für mich entsteht er weniger durch irgendwelche spektakulären technischen Spielereien, sondern durch die großen Gedanken hinter der Geschichte. Die Vorstellung, dass es in der Milchstraße andere gottgeschaffene Kulturen geben könnte, ist schon ziemlich gewaltig.
Beim Tempo hatte ich, wie schon erwähnt, meine kleinen Schwierigkeiten. Die Geschichte nimmt sich Zeit. Gerade die politischen, religiösen und philosophischen Aspekte bremsen das Tempo zwischendurch etwas aus. Für mich persönlich war das an manchen Stellen etwas zäh. Gleichzeitig wäre es wahrscheinlich falsch, genau das einfach als Schwäche des Romans zu bezeichnen. Denn diese ausführliche Auseinandersetzung mit den Themen gehört zu seinem Konzept. Ein bisschen mehr Dynamik hätte ich mir an einigen Stellen trotzdem gewünscht.
Am Ende bleibt für mich deshalb ein etwas zwiespältiger, aber sehr positiver Eindruck. „Gottes Ebenbilder: Der Erwählte“ war für mich keine einfache Lektüre und ganz sicher kein Buch, das ich in einem Rutsch durchgelesen habe. Dafür musste ich mich zu sehr auf Themen einlassen, die mir nicht unbedingt vertraut sind.
Ich habe mich langsam hineingearbeitet und irgendwann gemerkt, dass ich nicht mehr nur versuche, die ganzen Zusammenhänge zu verstehen, sondern wirklich wissen möchte, wie es weitergeht.
Und ich muss Robert Corvus zugestehen, dass er hier eine sehr gut konzipierte und sorgfältig recherchierte Geschichte geschaffen hat. Die Welt wirkt durchdacht, die verschiedenen Handlungsstränge greifen ineinander, die Figuren haben ihre eigenen Geschichten und die großen Fragen werden nicht einfach mit schnellen Antworten abgehandelt.
Was mir letztlich am meisten geblieben ist, sind genau diese Fragen.
Was würde passieren, wenn unser Glaube plötzlich beweisbar wäre?
Was würde eine solche Erkenntnis mit unserer Gesellschaft machen?
Und wie würden wir selbst damit umgehen, wenn unsere bisherige Vorstellung von der Welt plötzlich nicht mehr ausreichen würde?
Robert Corvus gibt darauf keine einfachen Antworten. Und vielleicht muss er das auch gar nicht.
Fazit:
„Gottes Ebenbilder: Der Erwählte“ von Robert Corvus ist für mich ein anspruchsvoller High-Concept-SF-Roman mit einer ungewöhnlichen Ausgangsidee, vielschichtigen Figuren und einer Zukunftswelt, in der Wissenschaft, Religion, Politik und gesellschaftliche Entwicklungen eng miteinander verbunden sind. Ich habe etwas gebraucht, um hineinzufinden, und sicher nicht alles mit dem gleichen Hintergrundwissen gelesen, das jemand mitbringt, der tief in diesen Themen steckt. Aber ich konnte mich zunehmend auf die Geschichte einlassen und habe dabei viele interessante Gedanken mitgenommen.
Wer Science Fiction gerne mit großen Ideen, ungewöhnlichen Fragestellungen und gesellschaftlichen Themen liest, sollte sich dieses Buch auf jeden Fall einmal genauer ansehen.
Meine Bewertung


Altersempfehlung und Zielgruppe
Ich würde „Gottes Ebenbilder: Der Erwählte“ von Robert Corvus Leser*innen ab 16 Jahren empfehlen, die sich für anspruchsvollere Science Fiction interessieren und keine Scheu vor religiösen, politischen und philosophischen Fragestellungen haben. Der Roman ist weniger durch explizite Gewalt geprägt als durch seine Themen und die Fragen, die er aufwirft. Gerade die Auseinandersetzung mit Glaube, Macht, Rationalität, gesellschaftlicher Entwicklung und dem möglichen Einfluss eines Erstkontakts sorgt dafür, dass man sich beim Lesen immer wieder etwas intensiver mit dem Geschehen beschäftigen muss.
Gleichzeitig richtet sich das Buch an Leser*innen, die vielschichtige Figuren und unterschiedliche Perspektiven mögen. Durch die verschiedenen Handlungsstränge entsteht ein größeres Bild der Welt und der Ereignisse. Wer Geschichten schätzt, in denen nicht alles eindeutig in richtig und falsch eingeteilt wird und in denen Religion, Wissenschaft, Politik und gesellschaftliche Vorstellungen aufeinandertreffen, dürfte hier einiges zu entdecken haben. Besonders Fans von High-Concept Science Fiction mit Erstkontakt, Clash of Cultures, Social Fiction und einem guten Schuss Sense of Wonder sollten sich „Gottes Ebenbilder“ näher anschauen.
Autor*in
Robert Corvus, 1972 geboren, lebt in Niedersachsen. Der Diplom-Wirtschaftsinformatiker war in verschiedenen internationalen Konzernen als Strategieberater und Projektleiter tätig. Corvus ist Metalhead, Kinofan und Tänzer. Als Bernard Craw veröffentlichte er zahlreiche Romane in den Reihen »Das schwarze Auge« und »Battletech« sowie einen apokalyptischen Vampirthriller. Als Robert Corvus etablierte er sich mit der Trilogie »Die Schattenherren« in der Grim & Gritty Fantasy, schreibt neben Einzeltiteln und Trilogien Fantasy bei »Die Vagabunden«, Science-Fiction bei »Perry Rhodan« und adaptierte gemeinsam mit Bernhard Hennen die »Phileasson-Saga«.
(Quelle + Infos: https://www.amazon.de/stores/author/B00AWO5S9C/about)
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Liest du gerne Science-Fiction? Und wäre ein solcher Erstkontakt für dich eher ein Wunder oder eine Katastrophe?
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