Transparenz:
„Violet – Die Wasserhexe und der Totengott“ von I. B. Zimmermann, erschienen bei YUNA Verlag, ist ein Rezensionsexemplar, das mir vom Verlag als Taschenbuch kostenlos für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt wurde. Die kostenlose Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst. Meine Rezension spiegelt ausschließlich meine eigenen Eindrücke wider. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Exemplars.
Über das Buch

Autor*in: I. B. Zimmermann
Originaltitel: Violet – Die Wasserhexe und der Totengott
Reihe | Band: Violet Dilogie #1
Verlag: YUNA Verlag ( 20. Mai 2026)
Seitenzahl: 672 Seiten | Paperback
ISBN: 978-3517303734
Genre: Urban Fantasy, Romantasy
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Umschlaggestaltung: I. B. Zimmermann, www.kritzelpixel.de
Worum geht es im Buch?
Berlin ist in einem schlechten Zustand: Die ganze Stadt versinkt in Untoten.
Während die Normalsterblichen wenig davon mitbekommen, ist der thaumaturgische Notdienst völlig überlastet.
Die Hexe Violet steht kurz vor einem Burn-out. Die täglichen Strapazen zwischen magischen Notfällen und ihrem Job als Betreuerin für Übernatürliche haben sie zerfressen. Ein Bezirkswechsel und der damit einhergehende Umzug zu ihrer Wahlfamilie sollten der Ausweg sein, aber nun muss sie zugeben, dass sie ihre Grenzen längst überschritten hat.Gerade als sie den Entschluss fasst, ihre Wassermagie endlich einmal zum Löschen der eigenen Brände zu nutzen, geht die Welt ihrer besten Freundin in Flammen auf. Violet hat oft verloren, in vielen ihrer Leben, und immer bis zum Ende gekämpft. Aber nun scheint sie nicht länger die Kraft dafür zu besitzen.
Gegen jede Regel bittet Violet die Göttlichen um Hilfe – und schmiedet ausgerechnet mit dem Totengott Thanatos einen Pakt. Während sie versucht, das Schicksal ihrer Freundin zum Guten zu wenden, geraten die Untoten Berlins endgültig außer Kontrolle. Völlig unerwartet könnte Violets Pakt mit dem Tod die einzige Chance sein, um die Stadt vor dem Untergang zu retten.
Wie gut, dass der griechische Gott mit dem schwermütigen Herzen ihr ohnehin nicht mehr aus dem Kopf geht.
Doch jeder Pakt hat seinen Haken.
Coverabbildung und Inhaltsangabe: © YUNA Verlage | Violet – Die Wasserhexe und der Totengott – I. B. Zimmermann
Tropes
Tropes – diese Story-Elemente erwarten dich:
- Emotionally Broken Characters
- God x Mortal
- Found Family
- Hidden Magical World
- Deal With Death
- Mental Health Representation
- Burnout Representation
- Autistic Representation
- ADHD Representation
- Touch Her and Die
- Monster Apocalypse
- Morally Grey Characters
Meine Meinung zu „Violet – Die Wasserhexe und der Totengott“
„Violet – Die Wasserhexe und der Totengott“ von I. B. Zimmermann ist der erste Band einer Urban-Fantasy-Dilogie mit Romance-, Mystery- und Horrorelementen. Allein der Titel hat mich unglaublich neugierig gemacht und ich wollte unbedingt wissen, welche Geschichte sich dahinter verbirgt. Die Mischung aus einer Wasserhexe, einem Totengott und einer von Untoten bedrohten Stadt klang nach einer spannenden und außergewöhnlichen Idee, auf die ich mich sehr gefreut habe.
Berlin versinkt in Untoten. Während die meisten Menschen davon nichts ahnen, kämpft der thaumaturgische Notdienst längst gegen das völlige Chaos. Mittendrin steckt die Wasserhexe Violet. Sie kämpft nicht nur gegen die übernatürliche Bedrohung, sondern steht auch selbst kurz vor einem Burn-out. Sie arbeitet bis zur Erschöpfung, kümmert sich um andere, ignoriert dabei aber ihre eigenen Grenzen schon viel zu lange. Als ihre beste Freundin in große Gefahr gerät, sieht sie keinen anderen Ausweg mehr und schließt ausgerechnet mit dem Totengott Thanatos einen Pakt. Doch jeder Handel hat seinen Preis und während Violet versucht, das Schicksal ihrer Freundin zu verändern, gerät auch die Situation in Berlin immer weiter außer Kontrolle.
Die Grundidee der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Das moderne Berlin in Verbindung mit Hexen, Göttern, Untoten und einem magischen Notdienst fand ich richtig spannend. Besonders gefallen hat mir, dass Magie hier nicht einfach nur vorhanden ist, sondern fest in die moderne Welt eingebunden wurde. Es gibt viele unterschiedliche übernatürliche Wesen und das Universum wirkt groß und durchdacht. Gleichzeitig war das für mich aber auch einer der Punkte, die das Lesen manchmal etwas anstrengend gemacht haben. Ich hatte oft das Gefühl, dass sehr viele Informationen auf einmal auf mich eingeprasselt sind und immer wieder neue Aspekte dazukamen. Gerade das Magiesystem, die verschiedenen Ebenen, Violets Vergangenheit und die vielen Erklärungen machten es für mich manchmal schwer, den Überblick zu behalten. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass ich zwar wusste, dass diese Welt unglaublich groß ist, sie aber trotzdem nie ganz greifen konnte.
Der eigentliche Mittelpunkt der Geschichte ist aber gar nicht die Zombieplage oder die Fantasywelt, sondern Violet selbst. Sie ist keine Heldin, die alles mit Leichtigkeit meistert. Im Gegenteil. Sie ist erschöpft und überfordert. Vor allem aber nehmen ihre Gedanken einen großen Teil der Geschichte ein. Themen wie Burn-out, ADHS, Autismus, Depressionen, Traumata und Selbstaufgabe werden sehr offen behandelt und ich finde, dass der Autor diese Gefühle glaubwürdig eingefangen hat. Man merkt auf jeder Seite, wie leer und ausgebrannt Violet inzwischen ist – ihre Rastlosigkeit, ihre Selbstzweifel und dieses ständige Gefühl, immer funktionieren zu müssen. Das macht sie sehr authentisch, sorgt aber auch dafür, dass die Geschichte insgesamt sehr schwer und melancholisch wirkt. Wer den Humor und die Leichtigkeit aus der Mona-Reihe erwartet, sollte sich darauf einstellen, dass dieses Buch eine ganz andere Richtung einschlägt. Das Buch zieht einen stellenweise wirklich ganz schön runter.
Genau darin liegt für mich aber auch die größte Stärke und gleichzeitig meine größte Schwierigkeit mit dem Buch.
Violet denkt unglaublich viel nach. Ihre Gedanken drehen sich oft im Kreis, sie hinterfragt alles und verliert sich immer wieder in ihren Erinnerungen oder Gefühlen. Ich verstehe absolut, warum das so geschrieben wurde. Es passt zu ihrer Figur und macht ihre psychische Verfassung greifbar. Trotzdem waren mir diese Gedankengänge auf Dauer einfach zu präsent. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass die eigentliche Handlung immer wieder auf der Stelle tritt. Gerade die Bedrohung durch die Untoten oder die vielen spannenden Ereignisse in Berlin rückten dadurch für mich oft in den Hintergrund.
Thanatos hat mir dagegen richtig gut gefallen. Er bringt eine angenehme Ruhe in die Geschichte. Hinter seiner melancholischen Art steckt deutlich mehr, als man anfangs vermutet. Seine Szenen mit Violet haben mir oft am besten gefallen. Die beiden harmonieren gut miteinander und obwohl sich ihre Beziehung recht schnell entwickelt, fühlte sie sich für mich aber dennoch nachvollziehbar an. Vor allem die Dialoge zwischen ihnen haben mir gefallen. Sie schaffen es immer wieder, zwischen all der Schwere kleine, leichtere Momente einzubauen, die die Stimmung etwas auflockern.
Auch die Nebenfiguren konnten mich größtenteils überzeugen. Violets Wahlfamilie und ihre Freunde bringen Wärme in die Geschichte und zeigen, wie wichtig Zusammenhalt und Unterstützung sein können. Und dann ist da natürlich noch Vava. Der kleine, süßkramliebende Drache hat mein Herz im Sturm erobert. Ich möchte jetzt bitte auch einen haben – einfach zu cute. Allerdings hatte ich stellenweise das Gefühl, dass einige Figuren später deutlich weniger Raum bekommen, sobald Thanatos stärker in den Mittelpunkt rückt. Das fand ich ein bisschen schade, da ich echt neugierig auf einige dieser Charaktere geworden war.
Der Schreibstil liest sich angenehm und flüssig. Gleichzeitig nimmt er sich sehr viel Zeit für Gefühle, Gedanken und Erklärungen. Das passt zwar zur Geschichte, sorgt aber auch dafür, dass sich manche Abschnitte für mich etwas gezogen haben. Spannende Momente gibt es auf jeden Fall. Trotzdem hatte ich zwischendurch immer wieder das Gefühl, dass die Geschichte etwas an Fahrt verliert. Immer dann, wenn ich dachte, jetzt nimmt die Handlung richtig Fahrt auf, wurde sie wieder durch längere Gedankengänge unterbrochen. Zum Ende hin zieht das Tempo aber noch einmal deutlich an und natürlich endet alles genau an der Stelle, an der man eigentlich sofort weiterlesen möchte.
Ein kleines Highlight waren für mich übrigens die Illustrationen und die Comic-Seiten. Sie lockern das Ganze zwischendurch immer wieder auf und passen gut zum besonderen Stil des Romans.
Am Ende bin ich ehrlich ein bisschen zwiegespalten aus dem Buch gegangen. Ich finde, dass I. B. Zimmermann viele wichtige Themen mit viel Feingefühl behandelt. Gerade die Darstellung von Überforderung, psychischer Belastung und Neurodivergenz ist unglaublich authentisch gelungen und hebt das Buch für mich auch von vielen anderen Fantasyromanen ab.
Dennoch konnte mich die Geschichte insgesamt nicht ganz erreichen. Mir fehlte stellenweise einfach etwas mehr Fokus auf die eigentliche Handlung. Das Worldbuilding war spannend, wirkte auf mich aber teilweise überladen und die vielen inneren Monologe haben den Lesefluss für mich immer wieder ausgebremst. Vielleicht wäre hier für mich persönlich etwas weniger manchmal tatsächlich mehr gewesen. „Violet – Die Wasserhexe und der Totengott“ erzählt eine außergewöhnliche Geschichte mit Figuren, die alles andere als perfekt sind. Gerade das macht sie menschlich und nahbar. Auch wenn mich der erste Band nicht vollständig überzeugen konnte, bin ich trotzdem gespannt, wohin die Reise im zweiten Band noch führt.
Fazit:
„Violet – Die Wasserhexe und der Totengott“ von I. B. Zimmermann ist ein Buch, das mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. Die düstere Atmosphäre, das ungewöhnliche Urban-Fantasy-Setting und die vielen kreativen Ideen rund um Hexen, Götter und Untote konnten mich über weite Strecken gut unterhalten. Besonders die authentische Darstellung von Burn-out, Neurodivergenz und psychischer Überforderung hebt die Geschichte für mich von vielen anderen Fantasyromanen ab. Gleichzeitig hätte ich mir stellenweise etwas mehr Fokus auf die eigentliche Handlung und das spannende Worldbuilding gewünscht, das für meinen Geschmack zu oft hinter den sehr ausführlichen inneren Monologen zurücktrat. Wer ruhige, charaktergetriebene Urban Fantasy mit ernsten Themen, viel Tiefgang und einer melancholischen Grundstimmung schätzt und kein Problem mit einem eher gemächlichen Erzähltempo hat, könnte hier genau die richtige Geschichte für sich entdecken.
Meine Bewertung


Altersempfehlung und Zielgruppe
Ich würde „Violet – Die Wasserhexe und der Totengott“ von I. B. Zimmermann vor allem Leser*innen ab etwa 16 Jahren empfehlen, die ruhige, charaktergetriebene Urban Fantasy mit ernsten Themen mögen. Das Buch enthält zwar keine übermäßig brutalen Szenen, beschäftigt sich aber intensiv mit Burn-out, Depressionen, Traumata, Verlust, Tod und Neurodivergenz. Gerade die melancholische Grundstimmung zieht sich durch die gesamte Geschichte und macht sie emotional teilweise recht schwer.
Besonders gut aufgehoben sind hier Leser*innen, die Geschichten mögen, in denen die Figuren und ihre persönliche Entwicklung klar im Mittelpunkt stehen. Wer Freude an Urban Fantasy mit Hexen, Göttern, einem modernen Magiesystem und einer langsam entstehenden Liebesgeschichte hat, dürfte hier einiges für sich entdecken. Wer dagegen actionreiche Fantasy mit einem schnellen Erzähltempo oder einem starken Fokus auf die eigentliche Handlung erwartet, sollte wissen, dass dieses Buch sich viel Zeit für Violets Gedankenwelt und ihre inneren Konflikte nimmt.
Autor*in
I. B. Zimmermann, geboren 1989, gehörte schon immer zu den Träumenden. Deshalb begann er früh seine eigenen Geschichten zu kreieren – erst in Bildern, dann mit Comics, später mit geschriebenen Kurzgeschichten und letztlich in ganzen Büchern. Damit begeistert er eine große Community auf Twitch und YouTube.
Zusätzlich betreibt er als Kritzelpixel einen kreativen Kunstkanal und arbeitet als freiberuflicher Künstler. Bei YUNA erschienen die Spiegel-Bestseller „Zeichnen lernen in 5 Wochen“ und „Zeichnen lernen Tag für Tag“.
(Quelle + Infos: https://www.penguin.de/autoren/i-b-zimmermann/727330)
Ihr möchtet mehr über I. B. Zimmermann und seine Bücher erfahren?
Dann schaut auf seiner offiziellen Homepage vorbei oder folgt ihm auf Instagram.
Weil deine Gedanken zählen!
Ich hoffe, meine Rezension hat dir gefallen und dich neugierig gemacht.
Hast du „Violet – Die Wasserhexe und der Totengott“ bereits gelesen oder steht das Buch noch auf deiner Wunschliste? Wie wichtig ist dir bei Fantasyromanen eine starke Figurenentwicklung – und dürfen innere Monologe für sich auch einmal mehr Raum einnehmen als die eigentliche Handlung?
Ich freue mich auf deinr Meinung in den Kommentaren!
Infos zu Copyright- und Urheberrechtsangaben sind in meinem Impressum hinterlegt.




wow was für eine ausführliche Rezension liebe Michèle! Du hast so vieles so ausführlich aufgeschlüsselt! Das schätze ich sehr an deinen Rezis! Das Buch selber wäre tatsächlich nichts für mich denn mit Untoten und Horrorelementen kann ich nichts anfangen.
Liebe Grüße Sabrina
Liebe Sabrina,
Hab vielen lieben Dank! Einige der in der Rezension genannten Infos wurden ja im Nachwort ausführlich besprochen, weshalb es kein gro0er Akt war, all die Begriffe und Bedeutungen mit in der Rezension einfleßen zu lassen, auch zumal sich eben die gesamte Geschichte um diese Themen dreht. Was aus dem Klappentext nicht so ganz hervorging.
Klar mit Untoten muss man schon was anfangen können um zu der Geschichte zu greifen, wobei es jetzt kein richtiger Horro im Sinne von Horror ist, sondern eben unkoordinierte Zombies, die die Stadt in Scharen überfallen…
Ganz liebe Grüße, Elchi