Transparenz:
Dieser Beitrag entstand freiwillig und aus persönlichem Interesse im Rahmen eines Interviews mit Autorin Madeleine Puljic, die am 10. September 2026 als Gast der Lesungsreihe „Literatur im Lindenwirt“ von Robert Corvus zu erleben ist und am darauffolgenden Vormittag unter ihrem Kinderbuch-Pseudonym Nina Hirdt zu einer Kinderlesung einlädt.
Als Kulturpartnerin unterstütze ich die von Robert Corvus organisierte Lesungsreihe „Literatur im Lindenwirt“ und möchte mit diesem Interview sowohl Madeleine Puljic und die unterschiedlichen Seiten ihres schriftstellerischen Schaffens näher vorstellen als auch auf die beiden Veranstaltungen aufmerksam machen.
Der Beitrag ist weder bezahlt noch gesponsert, wird jedoch vorsorglich als Werbung beziehungsweise Kooperation gekennzeichnet, da er potenziell das Interesse an Madeleine Puljic beziehungsweise Nina Hirdt, ihren Büchern sowie an der Lesungsreihe wecken oder den Besuch der Veranstaltungen fördern könnte. Meine persönliche Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.
Literatur im Lindenwirt 2026
Werwölfe, Hexen und Monster – Madeleine Puljic / Nina Hirdt zu Gast bei Robert Corvus
Nach dem Besuch von Bernhard Hennen im August geht die Lesungsreihe „Literatur im Lindenwirt“ im September gleich mit einem kleinen Doppelpack weiter. Denn diesmal ist eine Autorin zu Gast, die innerhalb von zwei Tagen zwei ganz unterschiedliche Seiten ihres schriftstellerischen Schaffens präsentiert: Madeleine Puljic, die für ihre Kinderbücher unter dem Namen Nina Hirdt schreibt.
Madeleine kenne ich inzwischen schon von einigen Buchmessen persönlich. Umso mehr freue ich mich, sie euch im Rahmen meiner begleitenden Interviews zur Lesungsreihe nun auch etwas ausführlicher vorstellen zu können.
Am 10. September 2026 wird es zunächst fantastisch, romantisch und ziemlich magisch. Mit „Fluch des Rudels“, dem Auftakt ihrer „Schattenrudel“-Reihe, bringt Madeleine Werwölfe und Romantasy nach Epe, während es mit „Kröten sind Chefsache“ und einem versehentlich in eine Kröte verwandelten Chef deutlich humorvoller wird.
Am darauffolgenden Vormittag – 11. September 2026 – zeigt sie unter ihrem Kinderbuch-Pseudonym Nina Hirdt noch einmal eine ganz andere Seite ihres Schreibens. In „Felgob und die Monster“ stehen Felgob, das Geistermädchen Milli und drei ungewöhnliche Monster im Mittelpunkt einer Geschichte über Freundschaft, Anderssein und Mut.
Doch Madeleines schriftstellerische Bandbreite reicht noch wesentlich weiter. Sie schreibt Fantasy und Science Fiction, veröffentlicht sowohl bei Verlagen als auch im Selfpublishing, ist als Grafikerin tätig und schreibt außerdem regelmäßig für „Perry Rhodan“.
Im Interview sprechen wir über Madeleines Leidenschaft für fantastische Welten, ihre Arbeit für „Perry Rhodan“, Werwölfe, Hexerei und natürlich über Felgob und seine Monster. Außerdem geht es um die ganz unterschiedlichen Seiten ihres Schreibens und ihre beiden Auftritte bei „Literatur im Lindenwirt“.
Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen!

Interview mit Madeleine Puljic / Nina Hirdt
Literatur im Lindenwirt
Wir kennen uns inzwischen schon von einigen Buchmessen, aber vielleicht kennen dich noch nicht alle meine Leserinnen und Leser. Wie würdest du dich und deine Bücher jemandem vorstellen, der dir bisher noch nicht begegnet ist?
Hi, ich bin Madeleine Puljic und schreibe vorwiegend Romantasy in unterschiedlichsten Facetten. Ich mag es gerne etwas düster und augenzwinkernd. Und nein, das ist kein Widerspruch! Immerhin komme ich ursprünglich aus Österreich, da ist schwarzer Humor die einzig richtige Art, Witze zu reißen. Mittlerweile bin aber schon einige Jahre in Hamburg beheimatet und Mama zweier taffer Mädels, deshalb wird es unter meinem zweiten Pseudonym Nina Hirdt zukünftig mehr Kinderbücher zu lesen geben.
Erinnerst du dich noch daran, wann du deine Leidenschaft fürs Schreiben entdeckt hast? Was hat dich ursprünglich dazu bewegt, eigene Geschichten zu erzählen?
Ich denke, bei den meisten fängt es auf dieselbe Weise an. Man liest, hört, sieht Geschichten und denkt sich: Wäre doch viel toller, wenn stattdessen DAS passiert wäre. Oder wenn es weitergehen würde. Oder wenn man selber an der Stelle einer der Figuren, ein Teil dieser Welt wäre. Irgendwann werden die Welten und Geschichten eigenständiger. Mein erstes „Werk“ war übrigens ein Knickerbockerbande-Abenteuer im Pixi-Format, als ich in der Grundschule war. Absolut kein literarisches Meisterwerk. Aber ich hatte Spaß dran, und das ist das Wichtigste, um loszulegen!
Für fantastische Themen scheint dein Herz ganz besonders zu schlagen. Was fasziniert dich an Fantasy und Science Fiction?
Die Phantastik bietet einem die Möglichkeit, Dinge auszudrücken, die ohne die Verfremdung zu intensiv oder schwergängig zu lesen wäre. Ein mystisches Monster ist oft leichter zu ertragen als das, wozu Menschen ganz ohne Magie imstande sind. Umgekehrt lassen sich schöne Dinge in der Phantastik manchmal sogar glaubhafter schildern, denn wenn es Magie gibt, warum nicht auch das große Happy End, in dem das große Böse endgültig besiegt wird?
Davon abgesehen denke ich, die meisten von uns hätten gerne ein kleines bisschen Magie oder die ultimative Technik im Leben, die imstande ist, die Probleme zu lösen, an denen wir selbst scheitern.
Du hast eine Design-Ausbildung absolviert und arbeitest auch als Grafikerin. Beeinflusst dein Blick als Designerin die Art, wie du Geschichten, Figuren und fantastische Welten entwickelst?
Nein. Ich habe ein absolut mieses bildliches Vorstellungsvermögen. Beim Schreiben kommen optische Beschreibungen meistens sehr kurz. Als Grafikerin muss ich die Dinge ausprobieren, aber ich bin gut im Puzzeln.
Du hast sowohl bei Verlagen als auch als Selfpublisherin veröffentlicht. Was schätzt du an den beiden unterschiedlichen Veröffentlichungswegen?
Mit Verlagen hat man im Normalfall erfahrene Partner, die einem viele Dinge abnehmen und erleichtern. Und wer im Buchhandel ausliegen will, braucht im Normalfall wirklich einen großen Verlag dahinter. Andererseits fallen auch bei Verlagsveröffentlichungen immer mehr Anstrengungen den Autor*innen zu. Und da ich sowieso schlecht darin bin, zu delegieren, bin ich mittlerweile wieder glücklich im Selfpublishing angekommen, wo ich wirklich alle Entscheidungen selbst in der Hand habe. Für mich ist das der Weg, der am besten funktioniert, aber das muss jede und jeder für sich selbst entscheiden.
Du hast lange für „Perry Rhodan“ geschrieben. Wie kam es dazu, dass du Teil dieses großen Science-Fiction-Universums wurdest?
Bei Cons und Schreibseminaren bin ich mit Kollegen ins Plaudern gekommen, habe leichtfertig in mein damaliges Manuskript („Noras Welten“, mein vierter Roman) hineinlesen lassen, und als kurzfristig jemand gebraucht wurde, um einzuspringen, haben genug Leute meinen Namen fallen lassen. Es war also eine von meiner Seite aus eher ungeplante Entwicklung, aber ich bin sehr dankbar für die Gelegenheit und habe wirklich viel dabei gelernt!
Wie unterscheidet sich für dich das Schreiben innerhalb einer bereits bestehenden Welt wie „Perry Rhodan“ vom Erschaffen deiner eigenen Geschichten und Welten? Wie viel deines eigenen Stils kannst du dabei einbringen?
Den eigenen Stil behält jeder bei, ich denke, viele aus dem Team kann man sehr leicht anhand ihrer Texteigenheiten herauslesen. Man passt sich ja eher dem Thema und Ton der Geschichte an, das ist bei meinen eigenen Romanen nicht anders. Inhaltlich kann man sich bei Heftromanen durchaus in Teilen austoben, und der vorgegebene Rahmen bietet den Reiz einer Herausforderung oder ein Sicherheitsnetz, je nachdem.
Prinzipiell macht es mir aber einfach mehr Spaß, eigene Welten und Geschichten zu entwickeln, bei denen ich selbst entscheide, wie es weitergeht und was genau ich eigentlich erzählen möchte. Das ist es, wie ich zum Schreiben gekommen bin und was mir den Spaß daran bringt.
Bei deiner Lesung im Lindenwirt lässt du unter anderem die Werwölfe aus „Fluch des Rudels“, dem Auftakt deiner „Schattenrudel“-Reihe, heulen. Was erwartet die Leserinnen und Leser in Shadowglen?
Bei dieser Reihe habe ich quasi einen Polit-Krimi auf vier erotische Liebesromane aufgeteilt. In jedem Band geht es um ein Pärchen, das ein eigenes Happy End bekommt, während sie immer mehr der Rudelintrigen aufdecken, die letztendlich alles überhaupt erst losgetreten haben. Von Traumabewältigung und Selbstbestimmung lernen bis heißen Szenen ist da also einiges drin verpackt.
Wie entstand die Idee zur „Schattenrudel“-Reihe und warum fiel deine Wahl dabei auf Werwölfe?
Ich mag Wölfe. Und ich hatte ein paar Ideen, die dazu gepasst haben, also dachte ich, warum keine Reihe machen? Ursprünglich sollten es eigentlich kurze spicy Novellen werden, ich wollte „nur“ einen kleinen roten Faden, damit die Leute schön weiterlesen … Tja, das ist etwas eskaliert.
Mit Schottland hast du einen sehr atmosphärischen Schauplatz gewählt. Warum hast du deine Werwolfgeschichte gerade dort angesiedelt?
Eigentlich war ich gar nicht so einfallsreich und wollte sie in Montana ansiedeln, weil ich viele Werwolfgeschichten dort kenne. Die politischen Entwicklungen in den USA haben mir das aber etwas vermiest, und als ich dann mit meiner Freundin einen Recherche-Kurztrip nach Schottland gemacht habe, mussten die Wölfe kurzerhand umsiedeln. Das hat zwar einiges durcheinandergewürfelt, aber das war es wert!
Joanna führt eigentlich ein vollkommen anderes Leben, bevor ein vermeintlicher Hundebiss alles verändert. Was hat dich an ihrer Geschichte und besonders an dem Konflikt zwischen ihrem bisherigen Leben und ihrer neuen wölfischen Seite gereizt?
Der Fated Mates-Trope (dass einem eine Person als einzig wahre Liebe vorherbestimmt ist und man die auch erkennt) ist bei Gestaltwandlergeschichten ja immer sehr präsent. Allerdings stört mich daran oft, dass alle sofort immer alles stehen und liegen lassen, nur weil da ein potenzieller Partner (meist der männliche Part) auftaucht. Ich wollte Gefährten, die davon absolut nicht begeistert sind.
Joanna ist verlobt und hat eine eigene Praxis in England. Einen Typen, der ihr erklärt, dass er ihre wahre Liebe ist und sie jetzt gefälligst bei ihm in der schottischen Pampa leben soll, kann sie so absolut nicht brauchen.
Mit Fated Mates, Forced Proximity und Slow Burn greifst du einige beliebte Romantasy-Tropes auf. Was macht für dich die richtige Mischung aus Fantasy, Spannung und romantischen Gefühlen aus?
Tropes beschreiben ja eher nur, was in der Geschichte passiert, die denk ich mir im Nachhinein dazu. Was den Mix angeht, habe ich da keine Formel, es ist je nach Geschichte unterschiedlich. Im Moment bin ich ganz gerne in Urban Fantasy unterwegs, weil ich das moderne Setting und den paranormalen Einschlag mag, aber die nächsten Projekte werden wieder mehr in Richtung „richtige“ Fantasy gehen.
Beim Inhalt denke ich mir im Normalfall nicht die Liebesgeschichte aus, sondern das Thema / Problem, das die Welt da hat. Das Romantische ist für mich der schöne Zuckerguss, der natürlich viel beeinflusst, aber mir ist der gemeinsame Kampf gegen ein Problem von außen lieber als Zickenkrieg untereinander. Entsprechend ist die Liebesgeschichte mal mehr und mal weniger wichtig in meinen Büchern. Aber eben immer irgendwie vorhanden.
In jedem Band steht ein anderes Paar im Mittelpunkt, während die Geschichte des Schattenrudels fortgeführt wird. Wie planst du eine solche Reihe, damit jede Liebesgeschichte für sich funktioniert und gleichzeitig die übergreifende Handlung weitergeht? Steht für dich dabei von Anfang an fest, welchen Weg die einzelnen Figuren und Paare nehmen werden, oder dürfen sie dich beim Schreiben auch überraschen?
Das ist tatsächlich die erste Reihe, die ich von vorne bis hinten durchgeplant habe, bevor ich nur angefangen habe. Ich hatte eben ein paar unterschiedliche Paar-Konstellationen, die ich unterbringen wollte. Und mit dem roten Faden war klar: Damit Enthüllung X funktioniert, muss vor her Y und Z passiert sein. Man muss die Figuren gut kennen, bevor es eskaliert. ALLES wird bereits in Band 1 eingeführt. Was bedeutet, dass ich dort schon Dinge in die Wege leiten und verstecken musste, die erst in Band 3 und 4 aufgedeckt werden. Ich musste also wirklich viel schon vorher wissen und planen. Und nein, das mache ich normalerweise nicht, jedenfalls über mehrere Bücher hinweg. Trotzdem bleiben auch für mich genug Überraschungen, langweilig wird es also beim Schreiben nicht.
Werwölfe gehören zu den klassischen Wesen der fantastischen Literatur. Was war dir wichtig, um deinem Schattenrudel trotzdem eine ganz eigene Identität zu geben?
Um ehrlich zu sein, da habe ich keine großen Ambitionen. Gerade bei so bekannten Wesen gibt es ja so viele unterschiedliche Varianten, da hat man einfach irgendwann Aspekte, die für einen gut und logisch sind und andere, die man nicht so mag. Ich mach mir meine Fantasy-Wesen, wie sie in meine Geschichte passen. Das ist das Schöne daran, wenn man selbst entscheiden darf.
Mit „Kröten sind Chefsache“ wird es anschließend deutlich humorvoller. Wie kamst du auf die herrlich verrückte Idee, eine Hexe ausgerechnet ihren Chef in eine Kröte verwandeln zu lassen – und was war eigentlich zuerst da: die Hexe, der Chef oder die Kröte?
Hexe. Ich habe damals das Cover zu „Verhex den Ex“ gesehen und mir spontan gedacht: „Ja, der eine oder andere Ex von mir kann echt froh sein, dass er nicht unabsichtlich verhext wurde, in eine Kröte zum Beispiel, „höhö.“ Ich war dann sehr enttäuscht, als ich den Klappentext gelesen und festgestellt habe, dass da gar keine Kröten vorkommen und die Story komplett anders war, als ich sie bei dem Gedanken unbedingt lesen wollte. Also – hab ich die Geschichte eben selbst geschrieben.
Miriam möchte die Hexenwelt eigentlich hinter sich lassen und arbeitet als Grafikerin. Wie viel von deiner eigenen Erfahrung als Grafikerin steckt vielleicht in ihr oder ihrem Berufsalltag?
Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Erlebnissen und realen Personen ist natürlich völlig zufällig und nicht beabsichtigt! Hüstel. Was ich aber gefahrlos zugeben kann, ist der Kampf mit der Kaffeemaschine. Der war definitiv echt.
In „Kröten sind Chefsache“ trifft ein ziemlich normaler Büroalltag auf Hexerei und Magie. Was reizt dich daran, das Fantastische mitten in eine eigentlich alltägliche Welt zu setzen?
Zum einen, dass es nicht jedes Mal eine völlig neue Welt sein muss, bei der man hundert neue Namen und Regeln auswendig lernen muss. Man kann sich auf das Wesentliche konzentrieren, ohne das Phantastische zu verlieren. Außerdem bietet es schönes Konfliktpotenzial. Wie kommen magische Wesen mit unserer Welt zurecht, und wie wir mit ihnen?
Und natürlich lässt es einen leichter in die „was wäre, wenn“-Rolle schlüpfen. Wenn Magie um die nächste Straßenecke lauern könnte, kann man viel leichter hineingeraten.
Nur ein Kuss der wahren Liebe kann den Fluch brechen – ein bekanntes Märchenmotiv, das du ziemlich humorvoll auf den Kopf stellst. Spielst du gerne mit solchen bekannten Motiven und Erwartungen?
Die Überlegung „ja, aber wie könnte man das cooler machen“ oder „wäre es nicht viel logischer, wenn stattdessen xy passiert“ ist finde ich ein sehr essenzieller Teil des Schreibens.
Als Nina Hirdt schlägst du mit Kinderbüchern noch einmal eine ganz andere Richtung ein. Wie kam es dazu, dass du nun auch für Kinder schreiben wolltest?
Ich habe ja zwei Mädels, die mich zwar immer schön Bücher schreiben und verpacken gesehen haben, aber immer zu hören bekommen haben „das dürft ihr erst viel später lesen“. Da kam irgendwann eine klare Ansage, dass ich da gefälligst etwas für sie machen sollte. Neben Felgob für die Kleinen ist auch etwas für etwas größere Schulkinder in Planung.
Mit „Felgob und die Monster“ hast du 2026 dein erstes Kinderbuch veröffentlicht. Wie entstand die Idee zu Felgob, dem Geistermädchen Milli und seinen drei Monstern?
Die Geschichte lag tatsächlich schon sehr viele Jahre in der Schublade. Ich fand es einfach traurig, dass Monster immer die Bösen sein müssen, und damit auch noch Kinder erschreckt werden. Warum also nicht einmal die Monster zu den Beschützern machen? Ich glaube, viele Kinder hätten gerne jemanden, der für sie stark und wild ist, wenn sie es nicht sein dürfen oder können.
Felgob ist anders als andere Kinder und hat es dadurch im Alltag nicht immer leicht. Welche Botschaft möchtest du kleinen Leserinnen und Lesern mit seiner Geschichte mitgeben?
Leider wird immer noch viel zu oft gemieden oder schikaniert, wer anders ist als das, was man zu erwarten gelernt hat, ob vom Aussehen, vom Verhalten oder der Gefühlswelt her. Viele Kinder und Erwachsene, die früher unverstanden waren, erhalten mittlerweile mit leichter zugänglichen Diagnosen Erklärungen für ihr „Anderssein“. Das hilft, aber es macht den Alltag trotzdem oft nicht leichter. So findet Felgob zwar Trost in der Erklärung, warum er sich von anderen Kindern unterscheidet. Trotzdem muss er erst erkennen, dass ihm genau diese Eigenheit seine Freundschaften beschert.
Ich hoffe jedenfalls, dass sich Kinder, die sich unverstanden fühlen, ein inneres Monster unterm Bett vorstellen, das auf sie aufpasst und ihnen zur Seite steht, wann immer sie eine kleine Extraportion Mut gebrauchen können.
Hast du unter Felgobs ungewöhnlichen Freunden selbst einen heimlichen Liebling?
Ganz klar: Astibas, den lindwurmartigen Quatschmacher! Er ist das erste Monster, das Felgob kennenlernt, und Drachen mag ich ja sowieso.
Johannes Lott hat die Geschichte illustriert. Wie war eure Zusammenarbeit? Und gerade weil du selbst aus dem Designbereich kommst: Wie fühlt es sich an, die eigenen Figuren durch die Bilder eines anderen Künstlers zum Leben erweckt zu sehen? Fiel es dir dabei leicht, die visuelle Gestaltung deiner Figuren ein Stück weit aus der Hand zu geben?
Das Tolle ist, dass ich Johannes privat kenne und von daher ganz gut wusste, dass wir für dieses Projekt gut zusammenpassen. Er hat die Stimmung der Geschichte schon bei den ersten Skizzen super eingefangen und die Szenen sehr viel dynamischer umgesetzt, als ich das hätte vorgeben können. Ich komme ja aus dem Layout, da denke ich oft eher statisch. Johannes dagegen bringt sehr viel Erfahrung sowohl als Illustrator als auch aus dem Comic-Bereich mit, und das merkt man den Bildern einfach an.
Im Rahmen von „Literatur im Lindenwirt“ bist du gleich an zwei Tagen zu Gast bei Robert Corvus. Was hat dich an der Einladung gereizt und worauf freust du dich bei deinen beiden Auftritten besonders?
Ich finde das Lesungs-Format von Robert Corvus wirklich großartig, weil es unfassbar vielseitig ist. Nach Science Fiction, Krimis, Reiseliteratur und bodenständiger Fantasy bin ich sehr gespannt, wie das Publikum nun auf Romantasy reagieren wird! Und auf die Kinderlesung freue ich mich sowieso, das wird toll.
Am 10. September 2026 erleben wir dich als Madeleine Puljic mit Werwölfen, Hexen und einer ziemlich unglücklichen Kröte, am 11. September 2026 dann als Nina Hirdt mit „Felgob und die Monster“. Wie fühlt es sich an, innerhalb von zwei Tagen so unterschiedliche Seiten deines Schreibens präsentieren zu können? Ist es für dich auch ein großer Unterschied, vor Erwachsenen beziehungsweise vor Kindern zu lesen?
Der Rollentausch an sich ist für mich nicht so neu. Ich schreibe Mord und Totschlag und lese direkt danach meinen Töchtern ihre Einschlafgeschichten vor. Das gehört also quasi zum Alltag.
Kinder sind definitiv ein anderes, sehr viel engagierteres Publikum. Sie wollen mitmachen, und gerade die Jüngsten kennen da noch wenig Hemmungen. Sobald sie aufgetaut sind, sind sie mittendrin – und das ist ein tolles Erlebnis beim Vorlesen.
Wenn eine deiner Figuren plötzlich vor deiner Haustür stehen würde: Wen würdest du am liebsten hereinbitten – und bei wem würdest du lieber schnell wieder abschließen?
Oha. Die Frage ist ja ganz oft: Sehen sie mich denn als Verbündete an? Ich glaube, am Harmlosesten finde ich noch meine Hexe Miriam, sie ist eine sehr liebe Frohnatur und würde mir bestimmt nichts zuleide tun. Jedenfalls, solange sie das Zaubern unterlässt!
Woran arbeitest du derzeit? Gibt es neue Projekte – als Madeleine Puljic oder Nina Hirdt –, auf die wir uns bereits freuen dürfen?
Im Moment arbeite ich noch am Finale der „Schattenrudel“-Reihe, das im Oktober erscheint. Im Februar steht dann ein Dark-Fantasy-Roman an, der ebenfalls in Großbritannien spielt. Bei den Kinderbüchern habe ich einiges im Kopf (auch einen zweiten Felgob-Band), aber noch keine konkreten Zeitpläne.
Was hoffst du, dass die großen und kleinen Besucherinnen und Besucher nach deinen beiden Auftritten bei „Literatur im Lindenwirt“ mit nach Hause nehmen?
Na, hoffentlich eine gute Zeit! Und vielleicht das eine oder andere Buch zum Weiterschmökern.
Ich finde, das Interview zeigt sehr schön, wie viele unterschiedliche Seiten es bei Madeleine Puljic beziehungsweise Nina Hirdt zu entdecken gibt. Besonders spannend fand ich die Einblicke hinter die Kulissen ihrer Geschichten und die ganz unterschiedlichen Wege, auf denen ihre Ideen schließlich zu Büchern werden.
Sehr gerne hätte ich Madeleine im September auch bei „Literatur im Lindenwirt“ live erlebt. Dieses Mal ist es mir leider nicht möglich, selbst vor Ort dabei zu sein. Umso mehr freue ich mich, die Veranstaltung zumindest im Vorfeld als Kulturpartnerin mit diesem Interview begleiten und euch Madeleine und ihre Geschichten ein wenig näher vorstellen zu können.
Wenn ihr nun neugierig auf Madeleine Puljic beziehungsweise Nina Hirdt geworden seid oder Lust auf einen besonderen Literaturabend – oder die Kinderlesung am darauffolgenden Vormittag – bekommen habt, findet ihr alle wichtigen Informationen zur Lesungsreihe „Literatur im Lindenwirt“ auf der Website von Robert Corvus. Dort findet ihr die aktuellen Termine, Informationen zu den jeweiligen Gästen sowie Hinweise zu Tickets, Anfahrt und Übernachtungsmöglichkeiten.
Bitte informiert euch vor eurem Besuch noch einmal über den aktuellen Stand, da Änderungen jederzeit möglich sind.
Über die Autorin

Madeleine Puljic wurde 1986 in Oberösterreich geboren und absolvierte die Kunstschule in Wien. Heute lebt und schreibt sie als selbständige Autorin und Grafikerin in Hamburg. Ihr erster Roman »Herz des Winters« erschien 2013 im Selbstverlag. Neben ihren eigenen Romanen in den Bereichen Fantasy und Science-Fiction schreibt sie außerdem regelmäßig für die Serie »Perry Rhodan«. Ihr Roman »Noras Welten – Durch den Nimbus« wurde 2017 mit dem Deutschen Selfpublishing-Preis ausgezeichnet.
(Quelle + Infos: https://www.amazon.de/stores/author/B00CKJTEZQ/about)
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