Transparenz:
„Ruinous Creatures – Der Kuss des Phönix“ von Jessi Cole Jackson, erschienen bei Penhaligon Verlag, ist ein Rezensionsexemplar, das mir vom Verlag als Hardcover mit Lentikularcover kostenlos für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt wurde. Die kostenlose Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst. Meine Rezension spiegelt ausschließlich meine eigenen Eindrücke wider. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Exemplars.
Über das Buch

Autor*in: Jessi Cole Jackson
deutscher Titel: Ruinous Creatures – Der Kuss des Phönix
Originaltitel: Ruinous Creatures
Reihe | Band: –
Verlag: Penhaligon Verlag (16. April 2026)
Seitenzahl: 464 Seiten | Hardcover mit Lentikularcover
ISBN: 978-3764533717
Genre: Romantasy, High Fantasy
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Umschlaggestaltung: © Alexander Kopainski
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Regina Jooß
Worum geht es im Buch?
Ein finsteres Ritual. Eine verhängnisvolle Verbindung. Zwei Phönixe, die das Schicksal der Magie ihrer Welt bestimmen …
Seit jeher war Adela von magischen Wesen fasziniert – und nicht nur von den lebendigen: Sie pflegt die Schädel verstorbener Fabelwesen. Diese werden von ausgesuchten Menschen wie Masken über ihren Gesichtern getragen, um damit Magie zu wirken. Kian ist ein solcher Auserwählter und reist mit einer finsteren Agenda in Adelas Tal. Als die mystischen Schädel zweier Phönixe die beiden während einer Zeremonie aneinanderbinden, erkunden sie nicht nur ihre neuen Kräfte, sondern auch ihre Verbindung zueinander. Denn die Magie des Phönix ist es, ihre Welt zu retten – oder für immer zu zerstören …
Steamy Romantasy trifft auf das Trope Fated Mates – der außergewöhnliche Roman einer großartigen neuen Erzählstimme aus den USA!
Coverabbildung und Inhaltsangabe: © Penhaligon Verlage | Ruinous Creatures – Der Kuss des Phönix – Jessi Cole Jackson
Tropes
Tropes – diese Story-Elemente erwarten dich:
- Fated Mates
- Forced Proximity
- Magical Bond
- Magical Creatures
- Dark Rituals
- Fast Burn
- Insta Love
- He Falls First
- Corrupt Society
- Opposites Attract
Spice-Level
Spice-Level: (basierend auf meiner eigenen Meinung)

Die romantischen Szenen sind spürbar intensiv und körperlich nah. Zwischen Adela und Kian knistert es früh, und die Anziehung der beiden spielt im Verlauf der Geschichte eine wichtige Rolle. Die intimen Szenen werden offen beschrieben, ohne dabei übermäßig explizit oder dominierend zu wirken.
Meine Meinung zu „Ruinous Creatures – Der Kuss des Phönix“
„Ruinous Creatures – Der Kuss des Phönix“ von Jessi Cole Jackson ist eine düstere Romantasy mit einer wirklich außergewöhnlichen Idee, die mich schon beim Lesen des Klappentextes sofort neugierig gemacht hat. Schädel verstorbener Fabelwesen, die noch immer Magie in sich tragen und von Auserwählten wie Masken getragen werden? Allein dieses Konzept klang für mich unglaublich spannend und vor allem erfrischend anders als vieles, was man momentan im Fantasy Bereich findet. Dazu kommen Phönixe, eine schicksalhafte Verbindung zwischen den beiden Hauptfiguren und ein geheimnisvolles Tal voller magischer Wesen. Für mich klang das also nach einer Geschichte, die genau meinen Geschmack treffen könnte.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Adela, die in einem abgeschiedenen Tal lebt und als Verbinderin die Schädel verstorbener magischer Kreaturen pflegt und in feierlichen Zeremonien mit Auserwählten verbindet, damit diese deren Magie nutzen können. Schon die ersten Zeilen der Geschichte vermitteln die ungewöhnliche Atmosphäre dieser Welt:
„Ich poliere die Knochen der Wesen, reibe kleine Mengen an duftenden Ölen und beruhigenden Salben auf die rissigen Oberflächen der Schädel. Ihre beharrlich geflüsterten Wünsche und Forderungen hallen in meinem Kopf wider. Gerade noch kann ich verhindern, dass ich vor Abscheu zurückzucke.“ (Jessi Cole Jackson, „Ruinous Creatures – Der Kuss des Phönix“; S. 7)
Diese Schädel verleihen ihren Trägern besondere Fähigkeiten. Doch als Adela zwei längst vergessene Phönix Schädel wiedererweckt, gerät mehr ins Wanken, als sie jemals erwartet hätte. Gleichzeitig tritt Kian in ihr Leben, ein Mann mit einer geheimen Agenda, der deutlich mehr über die Schattenseiten dieses Systems weiß, als Adela zunächst ahnt. Durch eine Zeremonie werden die beiden auf eine Weise miteinander verbunden, die weit über eine gewöhnliche Begegnung hinausgeht. Während Adela immer stärker an den Strukturen zweifelt, die sie ihr ganzes Leben lang als selbstverständlich angesehen hat, verfolgt Kian eigene Ziele, die eng mit den dunklen Seiten des bestehenden Systems verknüpft sind. Schon bald geraten beide in einen Konflikt, der weit größere Ausmaße annimmt, als zunächst abzusehen ist. Denn je mehr Geheimnisse rund um die Schädelmagie ans Licht kommen, desto deutlicher wird, dass hinter den Ritualen und Überzeugungen dieser Welt weit mehr verborgen liegt.
Was mir von Anfang an besonders gut gefallen hat, war die Idee hinter der Magie. Ich liebe Geschichten, die etwas Neues wagen, und die Schädelmagie gehört definitiv dazu. In dieser Welt endet die Macht magischer Kreaturen nicht mit ihrem Tod. Stattdessen bleibt ein Teil ihrer Magie in ihren Schädeln erhalten. Diese werden in feierlichen Zeremonien mit Auserwählten verbunden und verleihen ihnen Kräfte und Fähigkeiten, die von der jeweiligen Kreatur geprägt sind. Allein dieses Konzept hat mich sofort begeistert, weil es sich so anders anfühlt als vieles, was man sonst im Fantasy Genre findet.
Gerade die Phönixe verleihen der Geschichte noch einmal etwas Besonderes. Sie gelten als legendäre Wesen, deren Macht weit über die anderer Kreaturen hinauszugehen scheint. Je mehr ich über ihre Rolle in dieser Welt erfahren habe, desto faszinierter war ich von den Möglichkeiten, aber auch von den Gefahren, die mit ihrer Magie verbunden sind. Sie besitzen das Potenzial, bestehende Strukturen zu verändern oder sogar zu zerstören, und genau das verleiht ihnen eine fast mythische Bedeutung. Dadurch entsteht eine spürbare Ehrfurcht vor diesen Wesen, die sich durch die gesamte Geschichte zieht.
Es war erfrischend, einmal keine klassische Elementarmagie, Drachenreiter oder Magier Akademie zu bekommen, sondern ein Konzept, das sich wirklich eigenständig anfühlt. Besonders gefallen hat mir dabei, dass die Magie nicht nur spektakulär wirkt, sondern auch moralische Fragen aufwirft. Schließlich basiert das gesamte System auf den Überresten magischer Wesen, wodurch immer wieder die Frage entsteht, ob diese Macht tatsächlich ein Geschenk oder vielmehr eine Form der Ausbeutung magischer Wesen ist. Die verschiedenen magischen Wesen, die besondere Atmosphäre des Tals und die Fragen rund um den Umgang mit dieser Magie waren für mich ohne Zweifel die größte Stärke des Romans.
Auch die vielen magischen Wesen haben mir gefallen. Drachen, Einhörner, Greifen, Phönixe und andere Kreaturen sorgen dafür, dass die Welt lebendig wirkt. Gleichzeitig hatte ich aber immer wieder das Gefühl, dass ich gerne noch viel mehr über diese Welt erfahren hätte. Es gibt zahlreiche interessante Strukturen, Gruppen und Begriffe, die neugierig machen, aber oft nur angerissen werden. Gerade das System rund um die Schädelmagie, die verschiedenen Rollen innerhalb der Gesellschaft und die religiösen Strukturen hätten für meinen Geschmack noch ausführlicher beleuchtet werden dürfen. Die Welt hat unglaublich viel Potenzial, blieb für mich aber stellenweise etwas zu vage.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Adela und Kian. Diese doppelte Perspektive hat mir grundsätzlich gut gefallen, weil man dadurch beide Seiten des Konflikts kennenlernt. Während Adela langsam beginnt, das System zu hinterfragen, hat Kian die Grausamkeiten dahinter längst erkannt und verfolgt seine eigenen Ziele. Gerade dieser Gegensatz sorgt für interessante Dynamik und macht deutlich, dass Gut und Böse hier nicht immer klar voneinander zu trennen sind.
Auch die Figuren selbst mochte ich insgesamt gerne. Besonders positiv überrascht hat mich, dass Adela und Kian keine jugendlichen Figuren sind. Mit Anfang beziehungsweise Mitte dreißig bringen beide bereits Lebenserfahrung mit, was man in diesem Genre leider viel zu selten findet. Adela ist klug, mitfühlend und keineswegs naiv. Sie hinterfragt Dinge, denkt mit und entwickelt sich im Verlauf der Geschichte weiter. Kian hingegen bringt eine gewisse Härte und Zerrissenheit mit, die ihn interessant macht. Dennoch fehlte mir bei beiden manchmal etwas mehr emotionale Tiefe. Manche Entwicklungen gingen mir etwas zu schnell und einige Entscheidungen konnte ich nicht immer vollständig nachvollziehen. Deshalb fiel es mir manchmal schwer, eine wirklich enge Verbindung zu ihnen aufzubauen, sodass ich emotional etwas auf Distanz blieb, was ich sehr schade fand.
Ähnlich ging es mir mit der Liebesgeschichte. Die Anziehung zwischen Adela und Kian ist sehr früh vorhanden und durch die magische Verbindung zwischen ihnen wird diese zusätzlich verstärkt. Wer Fast Burn, Fated Mates und eine intensive romantische Dynamik mag, dürfte hier definitiv auf seine Kosten kommen. Für meinen persönlichen Geschmack entwickelte sich die Beziehung jedoch etwas zu schnell. Die körperliche Anziehung stand häufig stärker im Vordergrund als die emotionale Entwicklung, weshalb mich die große Liebesgeschichte nicht ganz so berührt, wie ich es gehofft hatte. Wer Romantasy mit einer guten Portion Spice mag, dürfte hier allerdings eher auf seine Kosten kommen als ich. Ich hätte mir mehr Raum und mehr gemeinsame Momente gewünscht, in denen ihre Verbindung auf emotionaler Ebene wachsen kann.
Der Schreibstil der Autorin liest sich angenehm und flüssig. Allerdings wirkte die Erzählweise auf mich stellenweise etwas sprunghaft. Manche Szenen endeten abrupt oder wichtige Informationen wurden nur kurz angerissen, sodass ich gelegentlich das Gefühl hatte, etwas verpasst zu haben. Das hat mich zwar nicht komplett aus der Geschichte gerissen, aber es entstand eine gewisse Distanz zur Handlung, obwohl mich die Grundidee eigentlich sehr interessiert hat.
Beim Spannungsaufbau war es ähnlich. Die Geschichte nimmt sich zunächst Zeit, ihre Figuren und die Welt einzuführen. Besonders im Mittelteil hatte ich jedoch das Gefühl, dass die Handlung etwas auf der Stelle tritt. Viele interessante Aspekte werden angedeutet, aber nicht immer direkt weiterverfolgt. Das letzte Drittel zieht dafür das Tempo deutlich an. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse, viele Fragen werden beantwortet und die Geschichte steuert mit großen Schritten auf ihr Finale zu. Einerseits sorgt das für Spannung, andererseits hätte ich mir gewünscht, dass manche Entwicklungen etwas mehr Raum bekommen hätten, um ihre volle Wirkung zu entfalten.
Trotz meiner Kritikpunkte habe ich das Buch insgesamt gerne gelesen. Die Welt, die Phönixe und vor allem die außergewöhnliche Schädelmagie haben dafür gesorgt, dass ich immer wissen wollte, wie die Geschichte endet. Gleichzeitig blieb bei mir das Gefühl zurück, dass hier unglaublich viele starke Ideen vorhanden sind, die nicht ganz ihr volles Potenzial entfalten konnten. Mit etwas mehr Tiefe im Worldbuilding, einer etwas ausgewogeneren Gewichtung zwischen Romantik und Handlung sowie einer ruhigeren Entwicklung im letzten Drittel hätte mich die Geschichte wahrscheinlich noch stärker begeistern können.
Fazit:
„Ruinous Creatures – Der Kuss des Phönix“ von Jessi Cole Jackson ist ein Buch, das mich gleichermaßen begeistert und ein wenig ratlos zurückgelassen hat. Die Schädelmagie, die geheimnisvollen Phönixe und die vielen kreativen Ideen haben dafür gesorgt, dass ich die Geschichte trotzdem gerne gelesen habe, während ich mir bei einigen Aspekten etwas mehr Tiefe und Ausarbeitung gewünscht hätte. Wer originelle Romantasy mit einer faszinierenden Grundidee, sympathischen Figuren und einem außergewöhnlichen Magiesystem mag und über kleine Schwächen hinwegsehen kann, könnte ein paar spannende Lesestunden mit der Geschichte verbringen.
Meine Bewertung


Altersempfehlung und Zielgruppe
„Ruinous Creatures – Der Kuss des Phönix“ von Jessi Cole Jackson richtet sich vor allem an Leser*innen, die Romantasy mit einer deutlichen Liebesgeschichte und einigen expliziteren Szenen mögen. Aufgrund der Spice-Anteile, der teilweise düsteren Themen sowie einzelner grausamer Beschreibungen würde ich das Buch eher ab etwa 16 Jahren empfehlen.
Besonders gut aufgehoben sind hier Fans von Fated-Mates-Geschichten, magischen Kreaturen und ungewöhnlichen Magiesystemen. Wer gerne Fantasy liest, die sich nicht auf die üblichen Drachenreiter, Akademien oder Elementarmagie verlässt, findet hier viele spannende Ideen. Wer dagegen sehr tief ausgearbeitetes Worldbuilding, komplexe politische Intrigen oder einen langsamen Beziehungsaufbau bevorzugt, sollte seine Erwartungen etwas anpassen. Für Leser*innen, die Romantik, Magie und eine atmosphärische Fantasywelt gleichermaßen schätzen, könnte das Buch aber genau die richtige Mischung sein.
Autor*in
Ein perfekter Tag für die Autorin Jessi Cole Jackson besteht aus frisch gepflückten Blumen, Gebäck, und Geschichten aller Art. Nachdem sie zwölf Jahre an der Westküste der USA als Kostümdesignerin fürs Theater gearbeitet hat, zog es sie zurück ins ländliche Michigan, wo sie nun mit ihrer Familie lebt. »Ruinous Creatures – Der Kuss des Phönix« ist Jacksons Debütroman, und wird in zahlreiche Sprachen übersetzt.
(Quelle + Infos: https://www.penguin.de/autoren/jessi-cole-jackson/763413)
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