Transparenz:
“Ghost Virus“ von Graham Masterton, erschienen bei Festa Verlag, ist ein Rezensionsexemplar, das mir vom Verlag als Paperback in der Festa-Lederoptik mit Umschlagklappen kostenlos für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt wurde. Die kostenlose Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst. Meine Rezension spiegelt ausschließlich meine eigenen Eindrücke wider. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Exemplars.
Altersfreigabe ab 18 Jahren:
Dieser Beitrag gehört zur Kategorie “Horror-Thriller““ und richtet sich aufgrund der behandelten Inhalte an ein erwachsenes Publikum. Das Werk „Ghost Virus“ von Graham Masterton enthält explizite Darstellungen von Gewalt, Body Horror, Verstümmelungen, Tod und psychologisch belastenden Situationen. Aus diesem Grund ist der Inhalt ausschließlich für Leser*innen ab 18 Jahren geeignet.
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Es liegt in Ihrer Verantwortung, zu entscheiden, ob diese Inhalte für Sie geeignet sind – insbesondere im Hinblick auf grafische Gewaltdarstellungen, verstörende Szenen und psychologisch belastende Themen. Die Betreiberin dieses Blogs übernimmt keine Verantwortung für die persönlichen Auswirkungen, die das Lesen oder Anschauen dieser Inhalte auf die Leser*innen haben könnte.
Über das Buch

Autor*in: Graham Masterton
deutscher Titel: Ghost Virus
Originaltitel: Ghost Virus
Reihe | Band: Patel & Pardoe #1
Verlag: Festa Verlag (8. April 2026)
Seitenzahl: 416 Seiten | Paperback in der Festa-Lederoptik mit Umschlagklappen
ISBN: 978-3986762773
Genre: Horror, Thriller, Mytery
Altersempfehlung: ab 18 Jahren
Umschlaggestaltung: Verena Tapper / Artenreich
Aus dem Englischen übersetzt von Alexander Rösch
Worum geht es im Buch?
Patel und Pardoe ermitteln in ihrem ersten Fall.
Eine junge Frau übergießt sich mit Schwefelsäure. Ein liebender Ehemann zerstückelt seine Frau. Eine Schulleiterin stößt ihre Schüler aus dem Fenster.
Wer oder was treibt die Menschen zu solch grausamen Taten?
Jerry Pardoe und Jamila Patel vom Polizeirevier Tooting im Süden Londons stehen vor einem Rätsel und vermuten ein Virus oder eine Modedroge als Ursache.
Doch als Kleidungsstücke beginnen, sich von selbst durch die Straßen zu bewegen, nimmt die Bedrohung eine völlig neue Dimension an …Peter James: »Einer der originellsten und erschreckendsten Erzähler unserer Zeit.«
Stephen King: »Graham Masterton ist wirklich gut!«
James Herbert: »Ein wahrer Meister des Horrors.«
Coverabbildung und Inhaltsangabe: © Festa Verlag | Ghost Virus – Graham Masterton
Tropes
Tropes – diese Story-Elemente erwarten dich:
- Supernatural Investigation
- Police Procedural
- Possession
- Body Horror
- Haunted Objects
- Mystery
- Partners in Crime
Meine Meinung zu „Ghost Virus“
„Ghost Virus“ von Graham Masterton ist ein Horror-Thriller mit übernatürlichen Elementen und gleichzeitig der Auftakt einer neuen Ermittlerreihe rund um Jerry Pardoe und Jamila Patel. Bereits der Klappentext hat mich sehr neugierig auf die Geschichte gemacht. Menschen begehen plötzlich grausame Taten, die völlig aus dem Nichts zu kommen scheinen, und zwei Ermittler versuchen herauszufinden, was hinter diesen schockierenden Vorfällen steckt. Die Mischung aus Kriminalfall, Horror und Mystery klang für mich genau nach einer Geschichte, die meinen Geschmack treffen könnte. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass hier eine Geschichte auf mich wartet, die sich deutlich von vielen anderen Horrorromanen abheben würde.
Der Einstieg hat mich dann auch direkt gepackt. Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass Graham Masterton keine halben Sachen macht und nichts beschönigt. Besonders die Szene um Samira ist mir sofort im Gedächtnis geblieben:
„Dann kehrte sie zum Schminktisch zurück und griff nach der durchsichtigen Glasflasche mit konzentrierter Schwefelsäure, die neben ihrem Parfüm Rasasi Blue Lady, dem Make-Up von Masarrat Misbah sowie ihren ganzen Lippenstiften, Rouge-Döschen und Eyelinern stand.“ (Graham Masterton, „Ghost Virus“, S. 5)
Allein dieser Satz erzeugte direkt ein extrem unangenehmes Gefühl bei mir, und ich wollte mir nicht ausmalen, was als nächstes folgen sollte. Denn kurz darauf eskaliert die Situation auf erschreckende Weise und Masterton schildert die Folgen mit einer Deutlichkeit, die sicher nicht für alle Leser*innen geeignet ist:
„Der Schmerz wurde noch unerträglicher. Sie krallte sich in einem vergeblichen Versuch, ihn zu lindern, mit beiden Händen ins Gesicht. Es gelang ihr lediglich, schlüpfrige Fleischklumpen von ihrem Kinn abzureißen und ihre Lippen wie zwei fette, klebrige Schnecken zu lösen. Sie spürte, wie ihre Zähne freigelegt wurden, dann fraß sich die Säure hungrig in ihr Zahnfleisch.“ (Graham Masterton, „Ghost Virus“, S. 7)
Spätestens hier wird klar, dass man sich auf einen Roman einstellen muss, der stellenweise äußerst brutal und grafisch beschrieben ist. Ehrlich gesagt hätte das Buch vom Härtegrad her teilweise sogar gut in die Festa-Extrem-Reihe gepasst.
Im Mittelpunkt stehen die Ermittler Jerry Pardoe und Jamila Patel, die in ihrem ersten gemeinsamen Fall ermitteln. Beide versuchen zunächst, eine logische Erklärung für die Vorfälle zu finden. Vielleicht handelt es sich um eine neue Droge oder um eine Art Virus? Doch je weiter die Ermittlungen voranschreiten, desto seltsamer werden die Ereignisse. Als plötzlich Kleidungsstücke scheinbar ein Eigenleben entwickeln und sich die Bedrohung immer weiter ausbreitet, wird schnell klar, dass hier etwas Übernatürliches am Werk ist. Gerade dieser kriminalistische Ansatz hat mir gut gefallen, weil er dem übernatürlichen Horror einen realistischen Rahmen gibt.
Die beiden Ermittler haben mir insgesamt gut gefallen. Vor allem Jamila Patel mochte ich sehr gerne. Sie wirkte auf mich sympathisch, authentisch und brachte durch ihre persönlichen Geschichten und familiären Erinnerungen zusätzliche Tiefe in die Handlung. Jerry Pardoe ergänzt sie als bodenständiger Ermittler gut. Zwar wirken beide Figuren stellenweise noch etwas unausgereift, was vermutlich auch daran liegt, dass dies ihr erster gemeinsamer Auftritt ist, aber gerade deshalb fand ich es interessant, ihre Zusammenarbeit zu verfolgen. Da es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, kann ich mir aber gut vorstellen, dass ihre Entwicklung in den Folgebänden noch stärker ausgearbeitet wird.
Besonders hervorheben muss man die Grundidee der Geschichte. Mordlustige Kleidungsstücke klingen zunächst ehrlich gesagt ziemlich verrückt. Mehr als einmal saß ich beim Lesen da und dachte mir nur: „Was bitte soll das jetzt?“ Gleichzeitig muss man Graham Masterton aber zugestehen, dass ihm eine solche Idee erst einmal jemand nachmachen muss. Eines kann man über „Ghost Virus“ definitiv sagen: Das Buch ist originell. Die Vorstellung, dass gebrauchte Kleidung als Träger einer unheimlichen Bedrohung fungiert, habe ich so noch nie gelesen.
Allerdings liegt hier für mich auch die größte Schwäche des Romans. Ich hatte mir von dieser außergewöhnlichen Idee irgendwie etwas anderes erwartet. Das Konzept besitzt unglaublich viel Potenzial, wurde meiner Meinung nach aber nicht vollständig ausgeschöpft. Gerade die Frage nach den Hintergründen und Zusammenhängen wurde zwar immer wieder aufgegriffen, konnte mich letztlich aber nicht ganz überzeugen. Je näher die Geschichte ihrem Ende kam, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass die Erklärungen etwas zu überladen und teilweise schwer greifbar wurden.
Was mir dagegen ausgesprochen gut gefallen hat, war die Einbindung verschiedener Mythen, Legenden und alter Überlieferungen aus unterschiedlichen Kulturen. Diese Elemente verleihen der Geschichte eine zusätzliche Ebene und sorgten dafür, dass die Handlung mehr wurde als nur eine ungewöhnliche Horrorgeschichte über besessene Kleidung. Gerade diese Verknüpfung von Folklore, Aberglauben und übernatürlichem Horror empfand ich persönlich als besonders interessant. Für mich waren diese Aspekte letztlich sogar spannender als die eigentliche Auflösung.
Der Schreibstil liest sich insgesamt angenehm flüssig und unkompliziert. Die Seiten fliegen förmlich dahin, auch wenn ich im Mittelteil einige Längen wahrgenommen habe. Nach dem starken Einstieg verliert die Handlung zeitweise etwas an Tempo. Es gibt Abschnitte, in denen vergleichsweise wenig passiert und sich die Ermittlungen etwas im Kreis drehen. Gleichzeitig schafft Masterton es aber immer wieder, mit skurrilen, schockierenden oder auch überraschend humorvollen Szenen neue Impulse zu setzen. Einige Dialoge haben mir tatsächlich ein Schmunzeln entlockt, was ich in einem Horrorroman durchaus positiv finde.
Das Setting im Süden Londons hat ebenfalls gut funktioniert und mir als London-Fan natürlich gut gefallen. Die Handlung spielt nicht in abgelegenen Spukhäusern oder düsteren Burgen, sondern mitten im normalen Alltag. Schulen, Wohnviertel, Straßen und Geschäfte werden zu Schauplätzen des Grauens. Dadurch entsteht ein angenehmer Kontrast zwischen Gewöhnlichem und Übernatürlichem, der die Atmosphäre zusätzlich verstärkt.
Das Finale zieht das Tempo schließlich noch einmal deutlich an und entwickelt sich zu einem buchstäblichen Inferno. Es entsteht ein regelrechtes Chaos aus Horror, Gewalt und Action. Spannend war das auf jeden Fall, allerdings konnte mich das Finale nicht vollständig überzeugen. Teilweise wirkte es auf mich fast wie eine Zombie-Apokalypse – nur eben mit dutzenden eigenständigen Kleidungsstücken statt Untoten.
Auch beim Gruselfaktor war ich etwas zwiegespalten. Das Buch ist brutal und teilweise sehr blutig, und ich musste aufpassen, dass sich mir der Magen nicht dreht, denn einzelne Szenen haben einen starken Ekel in mir hervorgerufen, aber wirklich gegruselt habe ich mich eher selten. Statt klassischem Horror setzt Masterton eher auf Schockmomente, groteske Bilder und eine immer weiter eskalierende Bedrohung.
Fazit:
„Ghost Virus“ von Graham Masterton ist ein Horror-Thriller, der vor allem durch seine außergewöhnliche Grundidee und die interessante Verknüpfung von Polizeiermittlung, Folklore und übernatürlichem Horror auffällt. Auch wenn mich die Handlung nicht durchgehend überzeugen konnte und ich mir von einigen Aspekten mehr erhofft hatte, wurde ich insgesamt gut unterhalten. Wer originelle Horror-Thriller mit übernatürlichen Elementen, blutigen Szenen und einer Prise schwarzem Humor mag, könnte mit diesem Auftakt rund um Patel und Pardoe spannende Lesestunden verbringen.
Meine Bewertung


Altersempfehlung und Zielgruppe
Ich würde „Ghost Virus“ von Graham Masterton Leser*innen ab 18 Jahren empfehlen, die Horror-Thriller mit übernatürlichen Elementen mögen und kein Problem mit expliziten Gewaltdarstellungen, Body Horror und teils verstörenden Szenen haben. Der Autor beschreibt viele Ereignisse sehr direkt und detailreich, sodass besonders empfindliche Leser*innen hier schnell an ihre Grenzen stoßen könnten.
Gleichzeitig richtet sich das Buch an Fans ungewöhnlicher Horrorkonzepte, die Freude an skurrilen Ideen und klassischen Ermittlungsfällen haben. Wer Geschichten mag, in denen sich Polizeiarbeit mit Folklore, Mythen und übernatürlichen Bedrohungen verbindet, dürfte hier gut aufgehoben sein. Besonders Leser*innen, die Horror abseits der üblichen Dämonen-, Geister- oder Vampirgeschichten suchen und auch mit etwas absurderen Prämissen etwas anfangen können, sollten einen Blick auf „Ghost Virus“ werfen.
Autor*in
„Graham Masterton ist einer der erfolgreichsten Autoren moderner Spannungsromane. Er schreibt Thriller, Horrorromane und erotische Ratgeber. 1975 erschien mit Der Manitou sein erster unheimlicher Roman, der sofort zum Bestseller wurde und mit Tony Curtis und Susan Strasberg in den Hauptrollen verfilmt wurde. Inzwischen sind etwa 80 Horrorromane erschienen, deren verkaufte Auflage bei über 20 Millionen liegt. Seine Website: www.grahammasterton.co.uk
»Leute zu erschrecken, hat mir schon als kleiner Junge Spaß gemacht«, erklärt er vergnügt. »Als ich elf war, schrieb ich eine Story über einen Mann ohne Kopf, der aber immer noch singen konnte und der ständig Tiptoe through the tulips (Auf Zehenspitzen durch die Tulpen) trällerte. Vor Kurzem traf ich einen Schulfreund, der sich immer noch sehr gut an diese Geschichte erinnert. Er gestand mir, dass ihm heute noch, sobald er einen Topf mit Tulpen sieht, ein Schauder über den Rücken läuft.«
(Quelle + Infos: https://www.festa-verlag.de/autoren/autor-masterton-graham.html)
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